All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Legend

What was once the western United States is now home to the Republic, a nation perpetually at war with its neighbors. Born into an elite family in one of the Republic’s wealthiest districts, fifteen-year-old June is a prodigy being groomed for success in the Republic’s highest military circles. Born into the slums, fifteen-year-old Day is the country’s most wanted criminal. But his motives may not be as malicious as they seem.
From very different worlds, June and Day have no reason to cross paths—until the day June’s brother, Metias, is murdered and Day becomes the prime suspect. Caught in the ultimate game of cat and mouse, Day is in a race for his family’s survival, while June seeks to avenge Metias’s death. But in a shocking turn of events, the two uncover the truth of what has really brought them together, and the sinister lengths their country will go to keep its secrets.

Wow, Legend hat mich wirklich verdammt positiv überrascht. Überall hört man nur begeisterte Worte über das Buch, da musste es spätestens nachdem ich das Cover zu Prodigy gesehen habe, auch in mein Regal.

Was ich an Legend am meisten mochte ist, dass es so anders ist, obwohl es das gleichzeitig auch wieder nicht ist.
Das Thema Dystopie wird uns nur so um die Ohren gehauen. Da kann das Thema an sich selbst kaum noch überzeugen, da muss der Rest einfach gut sein. Aber Legend schaffte es selbst mit dem Thema noch mich zu überraschen und mich wieder aufs Neue für Dystopien zu begeistern (nicht, dass das nötig gewesen wäre^^).
Besonders mochte ich, dass diese fiktive Gesellschaft zwar eine große Rolle spielt, aber eher den Rahmen bildet, für das was in diesem Buch alles passiert. Im Vordergrund steht erst einmal etwas ganz anderes, nämlich der Konflikt zwischen Day und June.
Eine Dystopie wäre natürlich keine Dystopie, wären da nicht irgendwann die Zweifel an der Gesellschaft und der anschließende Kampf dagegen. Wie Marie Lu diese Dinge einfließen lassen hat fand ich besonders gelungen.
Besonders positiv auffallend ist die Tatsache, dass man nach dem Lesen des Klappentextes noch gar nicht weiß, was eigentlich so schlimm an dieser Gesellschaft ist. Klar, es ist von Anfang an nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber man muss erst einmal hinter das eigentliche Geheimnis kommen, genauso wie June und Day, wieso man sich gegen diese stellen sollte. Und auch diese Idee, das schlechte dieser Gesellschaft, hat für mich wieder frischen Wind ins Thema mit sich gebracht.

Ich muss ja zugeben, dass ich nach dem Lesen des Klappentext große Befürchtungen hatte, dass die Geschichte wieder auf diese 0-8-15 Nummer hinauslaufen wird: Zwei Menschen, die aus völlig verschiedenen Welten stammen verlieben sich und müssen um ihr Glück kämpfen und der Rest wird Nebensache. Aber auch das hat Marie Lu wieder super gut umgesetzt und meine Befürchtungen ziemlich schnell zunichte gemacht. Was einem hier geboten wurde hat wunderbar ins Gesamtgeschehen gepasst, ohne erzwungen oder unrealistisch zu wirken und hat stattdessen einen netten Beigeschmack zur interessanten und spannenden Geschichte geliefert.

Außerdem habe ich ja ein Faible für wechselende Erzählperspektiven. Dass diese dann auch noch in verschiedenen Farben abgedruckt sind hat meine Augen direkt aufleuchten lassen. Ich liebe es einfach verschiedene Personen durch ihre eigenen Erzählungen kennenlernen zu können und gespannt darauf zu warten, wann sie ihre Wege kreuzen. Für mich behält so etwas immer zusätzlichen Nervenkitzel bereit, auch dadurch, dass man den Personen jeweils im Wissen in Bezug auf die andere Person voraus ist und dieses Drang verspürt, unbedingt eingreifen zu wollen.

Legend hat mich mit vielen Dingen begeistern können und mich nicht einen Kritikpunkt finden lassen. Ein altbekanntes Schema im neuen Glanz, eine tolle neue Idee für eine Dystopie, super Charaktere, Spannung und ein angenehmer, flotter Schreibstil haben mich Legend nicht mehr aus der Hand legen lassen und mich jetzt ganz gespannt auf Prodigy gemacht, obwohl Legend ja ein ganz nettes Ende hat.