All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Das verbotene Eden: Logan & Gwen

Liebe, die töten kann
Das Undenkbare ist passiert. Kriegerin Juna ist aus dem Land der Frauen in die Freiheit geflohen – mit einem Mann! Enttäuscht und gedemütigt bleibt die junge Heilerin Gwen zurück. Als sie mit einem Spähtrupp die Stadt der Männer auskundschaften soll, fällt sie in die Hände des jungen Kämpfers Logan, der sie als Sklavin verkaufen will. Logan aber hat die Rechnung ohne seine Gefühle gemacht – und setzt damit Ereignisse in Gang, die das Ende beider Welten bedeuten könnten…

Bis vor kurzem habe ich mich immer gefragt, was alle mit diesem ‘schwacher mittlerer Teil’ Phänomen haben, das mir noch nie begegnet war. Scheinbar hatte ich bisher immer ziemliches Glück bei der Auswahl meiner Reihen.
Mit ‘Das verbotene Eden: Logan und Gwen’ ist mir nun aber zum ersten Mal ein Buch in die Hände gefallen, von dem ich behaupten würde, dass genau dieses Problem aufgetreten ist.

Da in diesem Buch aus der Sichtweise zweier anderer Personen erzählt wird, zweier Jugendlicher, die von den Ereignissen des ersten Buches nur wenig bis gar nichts mitbekommen haben und deshalb ziemlich unwissend sind, gibt es für die beiden Protagonisten einiges zu entdecken und herauszufinden, was der Leser schon längst mit David und Juna erlebt hat. Daher empfand ich die Geschichte stellenweise leider etwas langweilig und mir fehlte der Reiz, da ich den Charakteren mit meinem Wissen viel zu weit voraus war.

Was ebenfalls damit zusammenhängt und mir etwas sauer aufgestoßen ist, ist die fehlende Entwicklung.
Mir war diese in Bezug auf eine Verbesserung der Umstände zu wenig vorhanden. Nach David und Juna und ihrem neu geschöpften Wissen hätte ich mir gewünscht, dass deren nahestehende Personen schneller verstehen was vor sich ging, und so eher etwas dafür tun, um die Lage zu verbessern. Stattdessen hab ich mich einfach wieder an den Anfang zurück versetzt gefühlt und hatte nicht den Eindruck, dass der zweite Band viel Neues zu bieten hat, sondern nur nochmal das gleiche Problem auf andere Weise schildert.

Hinzu kommt, dass die Ereignisse die einem hier im Klappentext angekündigt werden, zwar einige spannende Abenteuer für Logan und Gwen versprechen, aber meiner Meinung nach musste man darauf leider viel zu lange warten. Und wenn es denn dann zu den spannenden Stellen kam, waren mir diese zu kurz und einfach viel zu schnell vorbei. Hier hätte ich mir viel mehr Nervenkitzel gewünscht, brenzligere Situationen, in denen ich mir selbst über die eher unsympathische Gwen Sorgen gemacht hätte.

Dazu kommt leider außerdem, dass ich so meine Schwierigkeiten mit Gwen hatte. Ich mochte sie schon im ersten Teil nicht sonderlich, aber da spielte sie auch eine Rolle, zu der das passte. Sie plötzlich aber als eine Protagonistin vor sich zu haben, sie auf ihrem Weg zu begleiten fällt da schon weit schwerer.
Im Gegensatz zu ihr mochte ich Logan dagegen jedoch total und vor allem seine Familie, insbesondere sein kleiner Bruder, war für mich immer wieder ein Lichtblick in der Geschichte, Momente auf die ich hin gefiebert habe.

Das klingt nun alles nach viel Kritik, das soll aber nicht heißen, dass ich das Buch und durch schlecht fand. Dafür dass ich nur selten zu einem deutschsprachigen Buch greife, da ich die Sprache ungern lese, so fand ich Thomas Thiemeyers Schreibstil trotzdem sehr angenehm und flüssig zu lesen, so dass ich auch trotz der fehlenden Spannung immer noch den Drang hatte weiter zu lesen.

Alles in allem konnte mich dieses Buch leider nicht sehr begeistern, da es mir vor allem an Entwicklung gefehlt hat und ich auch mit Gwen nur schwer zurechtkam. Die Handlungen aus der Sicht von Logan haben mir dabei weit mehr zugesagt und mich stellenweise super unterhalten.

Wer den ersten Band mochte, wird sicher auch diesen wieder mögen, sollte sich jedoch darauf einstellen, wenig Neues geboten zu bekommen. Mich konnte der erste Band weit mehr überzeugen und ich hoffe sehr, dass der dritte die hier fehlende Entwicklung mit sich bringt.

Zugehörige Rezension:
+ Das verbotene Eden: David und Juna