All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Untot: Lauf, solange du noch kannst

Inhalt:

Auf keinen Fall wird sie aus diesem Bus aussteigen. Bobby hasst ihre neuen Mitschüler und der Skiausflug war die totale Vollkatastrophe. Da wartet sie lieber mit Bad Boy Smitty, bis die anderen aus dem Café zurückkommen. Aber die anderen kommen nicht. Die anderen sind tot – Alice hat es genau gesehen und dreht vollkommen durch. Schöne Scheiße! Sie müssen hier weg und zwar schnell. Denn plötzlich kommen die Toten auf sie zu und sie sehen verdammt hungrig aus. Doch draußen ist es einsam und dunkel, der Schneesturm tobt und die Handys funktionieren auch nicht. Und eigentlich weiß man aus jedem guten Horrorfilm, dass man sich niemals in so eine Situation begeben darf …

Meine Meinung:

Untot, Lauf solange du noch kannst hat mich mit gemischten Gefühlen zurück gelesen. Es gab einiges das mir super gefallen hat, leider aber auch das ein oder andere, das mir nicht zugesagt hat. Insgesamt hat es mir aber auf jeden Fall so gut gefallen, dass ich gespannt auf den zweiten Teil dieser neuen Zombie Reihe bin.

Was mich gleich auf Anhieb begeistert hat war das Setting. Schottland ist an sich ein super Handlungsort, aber vor allem die Tatsache einen Zombieausbruch im Schnee zu erleben, bringt mal völlig frischen Wind ins Genre. Die Wetterumstände bieten hier ganz neue Möglichkeiten und so werden Snowboards schnell mal zu Waffen umfunktioniert. Mir hat es gefallen, dass die Jugendlichen nicht nur mit den Zombies selbst zu kämpfen haben, sondern an einem ihnen fremden Ort ausgesetzt sind und sich im kalten Wetter zu Recht finden und um ihr Leben bangen müssen.
Auch neu war hier die Erklärung für die Zombies. Nachdem ich schon einige solcher Bücher gelesen habe, hat oft eine detaillierte Erklärung gefehlt, beziehungsweise waren diese sich oft sehr ähnlich. Die Autorin hat mit Untot mir neue Hintergründe geliefert, die ebenfalls für ein wenig Abwechslung sorgen, wenn man schon mehrere Zombieromane gelesen hat.

Hinzu kommt ein Schreibstil den man nicht ganz so oft geboten bekommt. Dieser hatte jedoch seine guten und schlechten Seiten. Eigentlich mag ich es sehr, wenn der Erzählstil den Eindruck vermittelt, als säße die Protagonistin mir gleich gegenüber und würde mir von ihren Erlebnissen erzählen. Genau dieses Feeling bekommt man bei Untot vor allem dadurch, dass die Geschichte mit vielen Jugendlichen Ausdrücken gespickt ist und die Umgangssprache verwendet wird. Allerdings haperte es manchmal an der Umsetzung. Vielleicht sprechen Jugendlich heute so, mir kamen jedoch manche Formulierungen merkwürdig oder unpassend vor. Dass zum Beispiel mitten im Satz ein très statt einem sehr auftaucht, hörte sich für mich komisch an. Auch die immer wiederkehrende Verwendung von ‘schick’ statt ‘gut’ kenne ich so gar nicht, könnte bei Jugendlich jedoch natürlich ganz anders ankommen. Den Ausdruck ‘schlachteplatten-hungrige Monster’ musste ich allerdings mehrmals lesen, bis ich verstand, was dies ausdrücken sollte. Manchmal hatte ich einfach den Eindruck, dass dieses Problem nicht mal direkt beim Schreibstil der Autorin liegt, sondern dass mir die Übersetzung einfach nur nicht zugesagt hat.

Zusätzlich sind die Geschichte und vor allem deren Charaktere sehr klischeebeladen. Anfangs hatte ich auch damit meine Schwierigkeiten, aber nach einer Weile hatte ich mich dann doch daran gewöhnt und es verleiht der Geschichte auch einen gewissen Touch von Humor. Allgemein ist dieser Zombieroman den bisher von mir gelesenen sehr unähnlich, da es weniger gruselig ist und dafür mehr zum Schmunzeln.
Trotzdem gibt es natürlich auch einige richtig spannende Stellen, die für den nötigen Nervenkitzel sorgen. Schließlich handelt es sich hier immer noch um die guten alten Zombies, auch wenn der Begriff aus mir unerfindlichen Gründen nur selten genutzt und stattdessen auf ‘Viecher’ zurück gegriffen wird.

Einen kleinen Abzug gibt es außerdem für die Charaktere, die mich leider zu oft mit ihrem Verhalten genervt haben. Mir viel es relativ schwer, deren Alter einzuschätzen, da sie mir oft sehr kindisch vorkamen. Dies ist jedoch auch wieder eine Sache über die man mit der Zeit hinwegsehen kann und zum Humor des Buches beiträgt. Eine Sache die mir bei den Charakteren jedoch eher bitter aufgestoßen ist, ist deren allgemeine Einstellung. Ständig wird gemoppt und die Protagonistin scheint selbst nicht viel von sich zu halten, bezeichnet sich selbst als uncool, weil sie eine gewisse Band nicht kennt. Ein solches Bild in einem Jugendbuch zu vermitteln gefällt mir leider weniger.

Alles in allem konnte mich Untot nicht vollkommen vom Hocker hauen, hat aber seine guten Seiten, so dass ich ohne mich jemals zu langweilen schnell durch die Seiten gerauscht und nun auch gespannt auf mehr bin. Vor allem die neuen Idee beziehungsweise das ungewohnte Setting bringen frischen Wind mit sich und auch genügend Spannung ist vorhanden, auch wenn hier der Gruselfaktor ein wenig fehlt.

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Comments:

  • Mir ging es genauso wie dir. Ich fand es ganz nett, aber es war einfach kein Oberknaller…
    Schöne Rezi :)