All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

The Blue Blazes

Inhalt:

Meet Mookie Pearl.
Criminal underworld? He runs in it.
Supernatural underworld? He hunts in it.
Nothing stops Mookie when he’s on the job.
But when his daughter takes up arms and opposes him, something’s gotta give…

Meine Meinung:

Nachdem ich schon Blackbirds und Mockingbird von Chuck Wendig gelesen hatte, wusste ich schon ziemlich genau was auf mich zukommt. Doch mit The Blue Blazes legt er allerdings nochmal einen Zahn zu und haut so richtig auf den Putz.

Wer ein Buch von Chuck wendig in die Hand nimmt, muss darauf gefasst sein, dass geflucht wird ohne Ende, dass die Charakter durch die Reihe nicht gerade sympathisch sind, dass die Stimmung von Anfang bis Ende bedrückend und düster ist, dass es an Gewalt nicht zu kurz kommt und man in Sachen Action ganz sicher nicht auf der Strecke bleiben wird.

Was gleich auf Anhieb auffällt, wenn man in die Geschichte einsteigt, ist dass die Protagonisten allesamt Personen sind, denen ich niemals über den Weg laufen wollen würde. Wenn schon ihre Beschreibungen gleich klar machen, dass es sich um unsympathische Persönlichkeiten handelt, die das Fluchen perfektioniert zu haben scheinen und deren Alltag daraus zu bestehen scheint, Leute zu vermöbeln oder gleich um die Ecke zu bringen.
Mit solchen Charakteren muss man schon beim Lesen klar kommen, sonst sollte  man gleich die Finger von The Blue Blazes lassen. Doch für meinen Geschmack kreiert Chuck Wendig derartige Charaktere, über die ich verdammt gerne lese, so unsympathisch sie auch sind. Dabei kann es dann sogar soweit gehen, dass es mich tatsächlich trifft, wenn einer dieser Charaktere das Ende des Buches nicht überlebt.

Besonders positiv dagegen fällt die Welt, die Chuck Wendig hier geschaffen hat, auf. Zwar ist diese Welt rund um Gangs und Drogen alles andere als Friede, Freude, Eierkuchen, aber dafür gespickt mit so vielen Details, so vielen interessanten Ideen, dass ich ziemlich schnell sehr begeistert davon war. Für eine so detaillierte, neue Welt braucht es sonst oft erst einmal eine ziemlich lange, unspektakuläre Einleitung, um sich einzufinden. Darauf verzichtet Chuck Wendig hier aber vollkommen. Stattdessen geht es auf Anhieb  direkt knallhart los und man lernt die Dinge im Laufe des Geschehens, oder durch die Auszüge anderer Schriften, am Anfang jeden Kapitels.

Und was die Action angeht, kommt man hier definitiv nicht zu kurz. Gleich auf den ersten Seiten geht es spannend los und bis zum Ende kommt man nicht mehr richtig dazu, mal ordentlich Luft zu holen. Ein einziges riesen großes Chaos, voll von wildem Gefluche, schönste Beleidigungen, selbst zwischen Vater und Tochter und merkwürdigen Gestalten. Die Protagonisten haben so einiges einzustecken, so viel, dass sie schon nach wenige Seiten daran kaputt gegangen wären, wären die nicht diese sonderbaren neuen Drogen, die sich Chuck Wendig hier ausgedacht hat. Die Geschichte ist von Anfang bis Ende ein Kampf ums Überleben, bei dem man keine Ahnung hat, wer am Ende noch unter den Lebenden ist.

Chuck Wendig hat mich mal wieder mit seiner verrückten, brutalen Art begeistert. Harte, unliebsame Charaktere, eine detaillierte, gelungene Welt um Drogen und Gangs, ergeben zusammen einen gelungen Start in eine neue Reihe, bei der ich gespannt auf mehr bin.