All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Data Runner

Inhalt:

In the not-too-distant future, in what was once the old City of New York, megacorporations have taken over everything. Now even the internet is owned, and the only way to transmit sensitive information is by a network of highly skilled couriers called “data runners” who run it over the sneakernet. It is a dangerous gig in a dirty world, but Jack Nill doesn’t have much choice in the matter. A brilliant young math whiz and champion of parkour, Jack must become one of these data runners in order to get his father out of a major gambling debt. But when a mysterious stranger loads Jack’s chip with a cryptic cargo that everybody wants, he soon becomes the key figure in a conspiracy that could affect the entire North American Alliance. Now it’s all up to Jack. With the help of his best friend, Dexter, and a girl who runs under the name Red Tail, Jack will have to use all his skills to outrun the retrievers and uncover the truth before they catch him and clip him for good.

Meine Meinung:

Als ich die Inhaltsangabe zu Data Runner gelesen habe, musste ich das Buch auf der Stelle haben, denn genau solche Bücher lese ich super gerne, habe bisher aber noch nicht allzu viele davon gefunden.
Was mich hier gleich Feuer und Flamme hat werden lassen, ist die Idee der Data Runner und vor allem auch die Gründe dafür, dass es sie gibt.

Sam A. Patel hat dafür eine Welt geschaffen, eine fiktionale Zukunft, die gar nicht mal so unrealistisch erscheint. Dass Daten im Internet nicht mehr sicher sind und deshalb nichts mehr über diesen Weg gesendet wird, erscheint sogar ziemlich nachvollziehbar. Daher kommen hier die Data Runner ins Spiel, die Implantate in ihrem Körper haben, mit Hilfe derer sie wichtige Informationen von hier nach dort bringen können. Und diese Idee bringt gleich noch sowohl interessante als auch spannende Aspekte mit sich.

Der spannende Aspekt ist der, dass diese Data Runner nicht ganz ungefährlich leben und das immer irgendjemand hinter ihnen her ist und sie somit täglich ihr Leben aufs Spiel stellen. Dabei gibt es mehr als einmal eine Situation, bei der ich dachte, dass es Jack nun erwischt und man ihm zumindest seinen Arm mit dem Chip abhacken würde.

Das interessante dagegen war für mich etwas völlig Neues, über das ich bisher noch nie gelesen hatte: Parkour.
Die Jugendlichen Data Runner sind nämlich nicht einfach nur bloß gute Läufer, die mal eben schnell durch die Stadt laufen, sondern zeichnen sich dadurch aus, dass sie Traceure sind. Sam A. Patel beschreibt dabei ziemlich detailliert wie diese sich bewegen, so dass man sich super gut vorstellen kann, wie so etwas abläuft. Ich war von diesem Thema ziemlich schnell angetan und finde, dass es mal eine abwechslungsreiche Ausgangssituation bietet.

Nicht ganz so gelungen fand ich die Charaktere. Zwar waren sie einerseits sympathisch und realistisch und ich fand es super, dass keine Liebesgeschichte die spannenden Ereignisse überdeckt, aber mir hat ein wenig was gefehlt. Gefühlsmäßig kamen diese einfach nicht richtig bei mir an. Jemand stirbt und ich hatte nicht das Gefühl, dass es dem Charakter wirklich nahe ging.
Besonders gemerkt hatte ich das auch am Ende des Buchs. Hier schlägt Jacks Leben eine eher bedrückende Richtung ein, durch ein gewisses Ereignis wird ihm etwas genommen, dass im viel bedeutet, aber irgendwie habe ich selbst mehr darunter gelitten und fand die Konsequenzen wohl viel schlimmer, als Jack selbst. In der Hinsicht auf Gefühle blieben mir die Charaktere einfach etwas zu flach.

Alles in allem hat Sam A. Patel eine tolle Idee geschaffen, die gar nicht so unrealistisch erscheint und die für ordentlich Spannung und interessante Handlungsstränge sorgt. Auf jeden Fall ein Geschichte die noch einige Möglichkeiten für mehr offen hält.