All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Requiem

(Hinweis: Rezension enthält keine Spoiler zu den anderen Bänden! Nur die Inhaltsangabe enthält welche!)

Inhalt:

Now an active member of the resistance, Lena has been transformed. The nascent rebellion that was under way in Pandemonium has ignited into an all-out revolution in Requiem, and Lena is at the center of the fight.

After rescuing Julian from a death sentence, Lena and her friends fled to the Wilds. But the Wilds are no longer a safe haven—pockets of rebellion have opened throughout the country, and the government cannot deny the existence of Invalids. Regulators now infiltrate the borderlands to stamp out the rebels, and as Lena navigates the increasingly dangerous terrain, her best friend, Hana, lives a safe, loveless life in Portland as the fiancée of the young mayor.

Meine Meinung:

Gegen Ende von Pandemonium hatte ich es schon befürchtet und in Requiem war es nun soweit: Lauren Oliver hat sich tatsächlich an dieser einen Sache vergriffen, die ich 1. nicht wollte und die ich 2. von ihr auch eigentlich nie erwartet hätte. Wegen dieser Vorahnung hatte ich auch ziemlich lange gar keine Lust auf Requiem, bis ich mich dann schließlich doch dazu aufgerafft habe. Und leider muss ich auch sagen: wären die letzten 50 Seiten nicht gewesen, hätte ich das Buch als Zeitverschwendung abgestempelt. Und dabei tut es mir fast schon weh, ein Buch von Lauren Oliver so zu bewerten.

Was diese Situation am Ende von Pandemonium in Requiem so schlecht macht, sind zwei Dinge:
1. Lena ist zwar nie ein Charakter gewesen, den ich als super sympathisch bezeichnen würde, aber auf irgendeine Weise mochte ich sie immer. Aber was Lauren Oliver aus ihr in diesem Band gemacht hat, war einfach unausstehlich. Ich war richtig sauer auf Lena, für das was sie hier treibt und dadurch auch einfach nur die ganze zeit total frustriert und fassungslos, dass aus einem so schönen ersten Band nun so ein Abschluss geworden ist. Außerdem hatte ich aber auch das Gefühl, dass die ganze Entwicklung die sie in Pandemonium durchgemacht hat, plötzlich wieder zurück gegangen ist.
2. Ich hatte das Gefühl die ganze Geschichte beschäftigt sich nur noch mit diesem einen dummen Konflikt, der einfach nur unnötig ist. Alles rundherum, was viel wichtiger hätte sein müssen, erscheint total nebensächlich. Dass sie täglich um ihr Leben kämpfen und unter ihren Lebensbedingungen leiden kam bei mir überhaupt nicht an. Diese ganze Aussichtslosigkeit wird nicht mal ansatzweise rüber gebracht.

Als Lichtblick sah ich dann die Sichtweise von Hana an, die mich dann aber auch eher enttäuscht hat. Verständlicherweise ist Hana nicht mehr so, wie man sie noch vom Anfang kennt, aber auch ihre Sichtweise war mir lange zu träge und hatte einfach nicht den Charme, den ich mir von ihr erhofft hatte.

Hinzu kommt, dass das ganze Buch viel zu träge ist. Zwar ist man von Lauren Oliver keine spannungsgeladenen Geschichten gewohnt, die voll gepackt sind mit Action, aber hier war es das erst Mal, dass sich dies für meinen Geschmack negativ ausgewirkt hat. Ich musste mich immer wieder zum Weiterlesen aufraffen und sowohl Handlung als auch Charaktere konnten mein Interesse einfach nicht wecken. Selbst wenn man endlich mal etwas von Charakteren zu lesen bekam, auf die man lange Zeit warten musste, war die Handlung im sie rum so nichtssagend, dass selbst diese bei mir nicht für Begeisterung sorgen konnte.

Letztlich brachten die letzten Seiten für mich nochmal einen gelungene Umschwung mit sich. Endlich wurde was getan, Spannung kam auf und ich hatte wieder das Gefühl, mit den alten Charakteren aus den vorherigen Büchern zu tun zu haben, und nicht mit ihre todlangweiligen, unsympathischen Klonen. Auch in Sachen Stimmung kam endlich mal was bei mir an und ich hab mich im Buch wieder wohl gefühlt. Zu schade, dass dies nur so ein kleiner Anteil des Buches war.
Das große Finale hat mir letztlich auch gefallen. Alles kommt so zu einem Ende, wie es sein soll, auch wenn der Weg dahin einfach nur unnötig und mehr als enttäuschend war. Ich, die kein Fan von Epilogen ist, fand, dass Lauren Oliver genau an der richtigen Stelle aufhört, so dass man sich als Leser selbst denken kann, wie es für die Charaktere in Zukunft weiter geht.

Wirklich schade dass die Reihe von Buch zu Buch schlechter wurde. Ich werde wohl in nicht allzu weiter Ferne nochmal Delirium lesen um die richtig schönen Momente nochmal zu erleben, um den Mist aus diesem Band hier schleunigst zu vergessen.