All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Rezension | Wolves Of Mercy Falls

Shiver von Maggie Stiefvater
[dt.: Nach dem Sommer]
Wolves of Mercy Falls #1 
Bewertung: 5/5 

Linger von Maggie Stiefvater
[dt.: Ruht das Licht]
Wolves of Mercy Falls #2
Bewertung: 4/5 

Forever von Maggie Stiefvater
[dt.: In deinen Augen]
Wolves of Mercy Falls #3 
Bewertung: 5/5  

 

 

 

Genre: YA, Fantasy | Verlag: scholastic | Erstveröffentlichung: Jan 09-Jul 10-Jul 11

 

Es überrascht mich immer wieder, dass ein Autor so eine Macht über die Gefühle seiner Leser haben kann, dass er den Leser so mitfühlen lassen kann, so in die Tiefe zieht, dass er nicht mehr hervor kommt, dort untergeht, überschwemmt von den emotionalen und so greifbar scheinenden Gefühlen die in jedem Satz, jedem Wort stecken.

 

Und Maggie Stiefvater gehört für mich definitiv zu diesen Autoren. Ihr Plot kann noch so langweilig sein, die Ideen noch so schlecht umgesetzt und trotzdem packt sie mich allein mit ihrem Schreibstil so sehr, dass ich keines der Bücher auch nur einmal zur Seite legen wollte.

Maggie Stiefvater weiß wie sie mit Wörtern umzugehen hat um daraus ein absolut gelungenes Leseerlebnis zu machen. Dass ich das, was sie schreibt, mag, merke ich auch immer wieder, wenn ich sehe, wie viele Post-its nach dem Lesen im Buch stecken, weil ich mir immer wieder irgendwelche wunderschönen Stellen markieren musste. Sie schreibt sehr poetisch und dass sie immer wieder Gedichte und Songtexte einbringt, setzte dem Ganzen für mich noch die Krone auf.

Hinzu kommt, dass in ihren Büchern alle möglichen Gefühle geweckt werden. Man fiebert mit und ist aufgeregt, neugierig und nervös, man leidet mit, ist traurig und bedrückt, aber man kommt auch dazu zu lachen, denn obwohl die Geschichte meist von diesem schrecklichen Schicksal eingenommen wird, erlebt man natürlich auch die ein oder andere schöne Seite dieser scheinbar verfluchten Liebe und selbst in den traurigen Situationen spielt immer ein wenig Humor mit rein:

 

“I was trying to decide if you still had free will as a wolf. If I was a terrible person for planning to drug my girlfriend and drag her back to my house to keep in the basement.” (from Forver p. 31)

 

Auch wenn es leider öfter mal an der Umsetzung scheiterte, bin ich trotzdem voll und ganz von den Büchern begeistert gewesen und ich könnte sie jetzt schon wieder ein zweites Mal lesen. Denn selbst die langweiligen Stellen waren für mich eigentlich gar nicht langweilig, weil ich die Charaktere so sehr ins Herz geschlossen hatte, dass ich noch stundenlang irgendwelche öden Handlungen mit ihnen hätte lesen können, einfach weil ich sie so sehr mochte und mich Maggie Stiefvaters Schreibstil so sehr eingelullt hat, dass ich beim Lesen gar nicht gemerkt habe, wie schnell die Zeit verging.

 

Die Handlungen der drei Bücher waren mal mehr und mal weniger gut, wobei Shiver mein absoluter Favorit ist, Linger mich am meisten enttäuscht hat, weil es mir meist nur wie ein Lückenfüller vorkam und Forever zwar wieder weit besser war, aber das Ende doch etwas enttäuschend war. Aber geliebt habe ich sie alle!

 

In allen Büchern gab es eigentlich nur zwei Charaktere die ich nicht auf Anhieb mochte, was aber meist an Situationen lagen, in denen sie einen äußert krassen Einfluss auf andere Personen hatten und mich kurzweilig wirklich sauer gemacht haben. Irgendwann spielten sie dann aber auch für mich eine total liebenswerte Rolle und ich mochte sie dann auch. Aber gerade dass ich so eine Wut vor allem auf eine Person hatte, zeigt schon wieder, wie sehr mich die Bücher gepackt haben. Ich konnte nach dem Lesen dieser Stelle lange Zeit nur denken: Was ein Arsch! Wieso hat der das gemacht???

Dass ich diese Person dann doch irgendwann mochte lag vor allem auch daran, dass eigentlich alle Charaktere mehr oder weniger eine Entwicklung durch machen, was ich innerhalb von ‘nur’ drei Büchern besonders schön finde zu verfolgen.

Manche Personen waren dagegen gleich so liebenswürdig, dass ich es oft sehr schade fand, dass sie nur so selten erwähnt wurden und meist leider keine größere Rolle spielen konnten. Vor allem die Stellen mit Ulrik waren immer wieder ein Highlight, da es mal was anderes ist, in einem englischen Buch deutsche Wörter/Sätze zu lesen.

 

“Ulrik called Beck a Wichser and left with the dog. Beck told me not to say Wichser because it was what ignorant German men said when they knew they were wrong.” (from Forever p. 32)

 

[spoiler title=”zum Inhalt von Shiver”]

Grace and Sam share a kinship so close they could be lovers or siblings. But they also share a problem. When the temperature slips towards freezing, Sam reverts to his wolf identity and must retreat into the woods to protect his pack. He worries that eventually his human side will fade away and he will left howling alone at the lonely moon.

(via goodreads)

 

Absolut liebenswerte Charaktere, eine sowohl spannende als auch herzzerreißende Geschichte und das in einem so tollen Schreibstil…was will man mehr.

Die Geschichte um Sam und Grace ist einfach wunderschön. Einmal angefangen konnte ich das Buch wirklich nicht mehr zur Seite legen und hatte es in einem Rutsch ausgelesen. Vor allem weil ich Sam so mochte, war das Buch für mich die reinste Achterbahnfahrt der Gefühle. Ständig war ich selbst von der Angst gepackt, die Sam und Grace empfinden mussten.

Shiver ist vor allem deshalb auch der beste Teil der Trilogie, da dies für mich das einzige Buch war, wo ich nie sicher wusste, worauf es hinauslaufen würde. Immer wieder wird man von spannenden Situationen gepackt und hofft, dass diese gut verlaufen und man muss bis zur letzten Seite gespannt ausharren, wie es für die beiden ausgeht.

Außerdem fand ich die Liebesgeschichte zwischen Sam und Grace wunderschön. Einmal, weil ich beide so sehr mag und sie einfach das perfekte Paar zu sein scheinen und außerdem, weil sie zwar vollkommen im Vordergrund steht, aber nie schnulzig, übertrieben oder unrealistisch wurde.

Besonders gefallen hat mir hier auch, dass die Erzählperspektive zwischen Sam und Grace hin und her wechselt (auch wenn ich Sams auf jeden Fall bevorzugt habe *schwärm* :D ) Vor allem zu lesen, wie er sich als Wolf fühlt fand ich besonders interessant, aber auch insgesamt, vor allem als sich beide noch nicht kennengelernt haben aber jeweils über den anderen denken fand ich sehr süß.

[/spoiler]

[spoiler title=”zum Inhalt von Linger “]

In Maggie Stiefvater’s Shiver, Grace and Sam found each other. Now, in Linger, they must fight to be together. For Grace, this means defying her parents and keeping a very dangerous secret about her own well-being. For Sam, this means grappling with his werewolf past . . . and figuring out a way to survive into the future. Add into the mix a new wolf named Cole, whose own past has the potential to destroy the whole pack. And Isabelle, who already lost her brother to the wolves . . . and is nonetheless drawn to Cole.

(via goodreads)

 

Linger fand ich allein schon deshalb etwas unnötig, weil man schon nach dem Lesen des Klappentextes das Ende des Buches kannte und ich bin jemand, den ein Buch dann nur noch halb so gut packen kann.

Diesmal hat mich das Buch daher weniger gepackt, weil so viel Neues und überraschendes passiert, sonder weil ich einfach nicht genug von Sam und Grace bekommen konnte.

In diesem Buch taucht dann auch noch die ein oder andere neue Person auf, welche eine größere Rolle spielt, wodurch es diesmal mehr als zwei Erzählperspektiven gibt, was mir teilweise etwas zu viel wurde.

 

Außerdem hat mich in diesem Buch ganz arg die Entwicklung von Graces Eltern gestört, die leider mehr als unrealistisch war, allerdings einen ganz wichtigen Teil der Geschichte ausgemacht hat und dem Ganzen ein großen Batzen Dramatik aufgesetzt hat, der mich stellenweise zum Heulen hätte bringen können.

Ein Grund wieso ich Maggie Stiefvater nicht ganz so doll mag: Sie lässt Sam einfach viel zu sehr leiden!  :D

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[spoiler title=”zum Inhalt von Forever”]

In Maggie Stiefvater’s Shiver, Grace and Sam found each other. In Linger, they fought to be together. Now, in Forever, the stakes are even higher than before. Wolves are being hunted. Lives are being threatened. And love is harder and harder to hold on to as death comes closing in.
(via goodreads) 

 

Wer hier mit einem befriedigenden Ausgang aller Probleme von Grace und Sam hofft, wird leider enttäuscht. Allerdings wird dieses Buch von der Handlung wieder um einiges besser als Linger. Man weiß nicht schon von der ersten Seite an, was passieren wird und auch wenn der Anfang noch schwer dahin plätschert wird es irgendwann wieder richtig spannend und dramatisch.

 

Hier haben mir dann auch plötzlich die vielen verschiedenen Erzählperspektiven weniger ausgemacht, vor allem weil ich hier mittlerweile auch alle Personen ziemlich gern hatte, die man so ganz nah erlebt.

 

Und auch diesmal hat mich das Buch ganz stark mitgenommen, ich war das halbe Buch über total niedergeschmettert, als ich immer wieder lesen musste, wie Sam so leiden muss und was er alles durchmachen muss. Da waren dieses Mal die anderen Personen und deren Erlebnisse eine gelungene Abwechslung. Trotzdem gab es in Forever leider zu wenige schöne Momente zwischen Sam und Grace, wodurch mir ein wenig das Besondere, das Bezaubernde gefehlt hat.

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