Das Kind auf der Treppe

Leni Draugur, Musikerin, flieht von ihrem gewalttätigen Ehemann. Sie sucht Flucht bei ihrer Halbschwester Zicky in Berlin, in deren Treppenhaus sie einen kleinen, blassen Jungen kennenlernt. Sie nimmt sich des Jungen an, denn in Berlin geht das ‘Schulwegmonster’ um, das schon einige Kinder auf dem Gewissen hat. Und im Hinterkopf hat sie immer ihren Mann, vor dem sie erst sicher ist, wenn er tot ist.

Gleich zu Anfang des Buches wird man mit einer grauenhaft brutalen Szene konfrontiert, die den ein oder anderen sicher erst mal in großes Erstaunen versetzen wird. Nach diesen ersten Seiten, auf denen die Qualen eines Mannes beschrieben werden, der an ein Bett gefesselt ist, war ich schon total begeistert von diesem Buch, dachte, dass ich mit diesem Buch mal wieder einen richtig schön blutigen Thriller in der Hand hätte. Leider nimmt dann nach diesen beschriebenen Seite vorerst wieder rapide die Spannung ab und von blutigen Szenen ist erst mal nicht mehr die Rede. Aber auch wenn der Reiz der Spannung fehlte, lies mich das Buch einfach nicht los, denn man möchte ja schließlich trotzdem mehr über diesen Mann erfahren und wieso er dieses Grauen erlebt. Man hat da schon so seine Vermutungen, aber kaum einer wird damit richtig liegen, denn die Wahrheit ist viel schrecklicher, als man sich je vorstellen könnte.

In diesem Roman spielen mehrere Personen eine größere Rolle. Natürlich im Vordergrund Leni und auch ihre Schwester Zicky. Hinzu kommt die Geliebte von Zicky, Olga. Der kleine Junge von der Treppe, Nicky und seine Mutter Ines. Alle scheinen sie auf eine besondere Art und Weise in Verbindung zu stehen, doch was es mit all dem auf sich hat, wird erst nach und nach geklärt.

Während des Buches gibt es immer wieder Zeitsprünge. Die eigentliche Geschichte beginnt im Januar 2009. Außerdem erhält man Rückblenden in Lenis Leben, die 2008 spielen und schließlich auch schon die anfangs angesprochene Szene mit dem gefesselten Mann, die im Januar 2010 spielt. So wird eine ganz besondere Spannung aufgebaut, indem man darauf wartet, dass die verschiedenen Handlungsstränge aufeinandertreffen und so die erwartete Aufklärung liefern.

Und schließlich kommt es zum spannenden Ende, in dem man endlich über alles Bescheid weiß und man ist einfach nur geschockt, zu was ein Mensch fähig ist. Auch wenn es zwischendrin oft mal eher langsam und unspektakulär zuging, reißt dieses grandiose Ende wieder alles raus.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, würde aber denen, die etwas heftigere Thriller nicht vertragen, davon abraten, denn es gibt wirklich den ein oder anderen etwas heftigeren Moment.


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