All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Tokio Killer

John Rain ist Auftragskiller. Er ist ein Profi in seinem Gebiet, in Tokio sterben einige Männer und Frauen durch seine Hand, doch mitbekommen tut davon keiner was, denn er lässt es immer nach einem natürlichen Tod aussehen. Doch plötzlich macht ihm ein Auftrag Probleme, gerade erst hat er einen hohen Regierungsbeamten umgebracht, lauern ihm plötzlich Leute in seiner Wohnung auf, er wird verfolgt und gerät zwischen die Fronten vom amerikanischem Geheimdienst und der japanischen Mafia. Und als wäre das nicht schon genug, verliebt er sich noch in die Tochter seines Opfers, die ebenfalls in Gefahr schwebt und so muss er sich nicht nur um sich selbst kümmern, sonder auch ihr Leben beschützen.

a ich zu 95% nur aus den Genre Krimi und Thriller lese freue ich mich immer mal wenn ich ein Buch finde, dass mir etwas Abwechslung bringt, mich aber trotzdem nicht langweilt, denn dass ich so gerne diese Genre lese hat schließlich seinen Grund, ich brauche die Spannung und das Rätsel um den Täter. ‘Tokio Killer’ ist wie der Name schon sagt natürlich auch aus dem gleichen Gerne, hat mir aber trotzdem mal einiges an Abwechslung beschert. Die erste Abweichung zu meinen sonst gelesenen Büchern ist erst einmal der Ort. Der Großteil von mir sonst gelesenen Bücher spielt sich in den USA ab und gerade bei Reihen fragt man sich ja oft, wie viele Serienkiller laufen denn eigentlich in so kleinen Orten rum, wer will denn da noch wohnen? Daher fand ich es super interessant mal ein Buch mit einem ganz anderen Ort zu lesen, nämlich, wie der Titel schon verrät, Tokio. Anfangs hatte ich so meine Probleme mit den Namen von Personen, Orten, Straßen etc. aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran. Man erfährt einiges über die Stadt und ich habe während dem Lesen gleich mal Lust bekommen, mir das alles selbst anzugucken und hab dann auch mal ein paar der genannten Orte gegoogelt.

Immer auf der Suche nach harten Thrillern, wurde mir dieses Buch empfohlen. ich finde allerdings, dass hart hier der falsche Ausdruck ist. Wenn ich an harte Thriller denke, dann an großes Blutfließen und detailreiche Beschreibungen von grausamen mörderischen Taten. Dieses Buch würde ich daher eher als brutal beschreiben, denn Leute sterben auch hier und davon nicht zu wenig, nur auf welche Art und Weise ist hier ganz anders. John Rain beherrscht nämlich die Kunst des Judos und das besonders gut. So werden in den Kampfszenen immer ganz genau beschrieben, wie er welche Technik ausführt, die übrigens alle mit Namen erwähnt werden, und wie er somit reihenweise seine Gegner durch Genickbrüche oder Ähnliches umbringt.

Als ich im Klappentext davon las dass sich die Hauptperson verliebt, war ich erst etwas enttäuscht, und rechnete schon mit einer typischen Kombination aus Krimi und Liebesroman wie Lisa Jackson oder Karen Rose, doch ich war überrascht, wie wenig die Liebesgeschichte hier die Spannung beeinflusst, sie fällt kaum auf und passt vollkommen ins Buch.

Da anfangs viele Namen ins Spiel merken, die ich mir kaum merken konnte und die Mafia eine Rolle spielt, hat mich das Buch so ein wenig an den Paten erinnert. Natürlich hat die sonstige Geschichte kaum Ähnlichkeit mit dem Roman aber es hatte so den Charakter davon….

Man merkt, dass Barry Eisler Ahnung von der Thematik hat, er selbst hat den schwarzen Gürtel erworben, für die CIA und auch einmal in Japan gearbeitet und hat so viele seiner Erfahrungen in dieses Buch einfließen lassen. Dinge wie Judo und die Kampftechniken, Musik, Verschlüsslungen und der Ort Tokio, all dies wird  für den Leser verständlich gemacht.

Die beschriebenen Personen haben mir alle sehr gut gefallen, keine wurde irgendwie unrealistisch beschrieben oder tat plötzlich Dinge, die man sich bei einer solchen Person nicht vorstellen könnte. Besonders gut hat mir gefallen, dass man oft verwirrt wird, was manche Personen angeht, so dass man nie genau weiß, ob eine Person nun auf Johns Seite steht oder gegen ihn arbeitet.

Insgesamt hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen und ich werde sicher irgendwann auch noch den Nachfolgeband lesen. Großes Plus geht außerdem an den Ahang, indem mehrere Listen vorhanden sind wie ‘Top Ten Single Malts’.