Der zweitbeste Koch

Wer auf ganz besondere Speisen steht, dem wird auf den 177 Seiten dieses Buches sicher ordentlich das Wasser im Mund zusammen laufen.

Kurt Bracharz zeigt hier gekonnt, dass man keinen Thriller braucht, in dem einem das Blut um die Ohren spritzt und man nur so über Leichen stolpert um den den Leser richtig gut zu unterhalten und an das Buch zu fesseln.

Auch wenn dies ein eher unkonventioneller Krimi ist, denn es gibt theoretisch weder einen Mord, noch einen Ermittler, so gibt das Verschwinden des ‚zweitbesten Kochs‘ in Wien dem ein oder anderen doch ein Rätsel auf. Es gibt also nicht mal wirklich einen Fall, bis auf das Verschwinden des Kochs, über das sich aber auch recht wenige so ihre Gedanken machen, bis dann plötzlich der Gourmetkritiker Xaver Ypp die Vermutung hegt, dass der Koch Opfer des Kannibalismus wurde under soeben unglücklicherweise ein Teil von ihm zwischen seinen Zähnen hatte.Als er sich ein Stück des Fleisches in die Taschen steckt um dieses überprüfen zu lassen, wird er auch noch überfallen, und seine Tasche samt dem Fleischstück wird ihm entwendet. Und plötzlich überschlagen sich die Merkwürdigkeiten.

Zuallererst hat mich bei diesem Buch das Cover angesprochen. Schon bevor ich den Klappentext gelesen hatte, dachte ich mir nur: “Hoffentlich gefällt mir auch der Inhalt.” Das knallige Gelb mischt mein dunkles, düsteres Krimi/Thriller Regal sicher etwas auf und als Panda-Fan konnte ich dem niedlichen Bild auf dem Cover auch kaum widerstehen.

Ich habe noch nie einen Krimi in der Hand gehabt, der so gut mit Nebensächlichem unterhalten hat, wie dieser. Der eigentliche ‚Kriminalfall‘ steht ziemlich weit im Hintergrund und wird nur auf zufällige Art und Weise gelöst, viel mehr im Vordergrund steht dagegen vor allem das Essen. So lernt man hier beim Lesen so einiges über die ungewöhnlichsten Speisen der Welt und auch Dinge wie die Mathematik (es wird ein interessantes Rätsel beschrieben) und die Architektur in Wien. Besonders über das „Zhongguo – Reich der Mitte“erfährt man hier einiges.

Der Schreibstil ist super und man benötigt keine große Spannung um am Buch zu bleiben, man fließt geradezu dahin und liest und liest und merkt dann plötzlich erst am Ende, dass es sich nicht nur um eine Erzählung über das Essen und die Architektur in Wien handelt, sondern auch noch einen Kriminalfall.

Die verschiedenen Charaktere wurden kurz und völlig ausreichend für die 177 Seiten beschrieben. Nur auf den Ich-Erzähler Xaver wird etwas weiter eingegangen, in dem man nach und nach etwas aus seinem Leben und seiner Vergangenheit erfährt. Alle Personen wurden so beschrieben, dass man sich als Leser leicht und schnell eine reale Person darunter vorstellen kann.

Alles in allem wird man mit diesem Buch wunderbar unterhalten und liest hat hiermit einen ganz besonderen Krimi, der auf eine sehr unkonventionelle Art und Weise gelöst wird.


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