All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Sunrise

Eigentlich bin ich ja kein Fan von Kurzgeschichten, lehne diese kategorisch ab, aber bei diesem Buch hatte mich der Klappentext soweit, dass ich es mal versuchen wollte. Dieses Buch hat mich wirklich davon überzeugt, dass man auch mit kurzen Geschichten gut unterhalten werden kann und keine lange Einleitung braucht um eine gute Geschichte zu erzählen.

In  ‘Sunrise‘ geht es um eine Geschichte die sich zwischen drei Personen bei Sonnenaufgang auf dem Hollywood-Boulevard abspielt. Auf der einen Straßenseite steht der Teufel, er hat es auf Leo Pomerantz abgesehen. Wenn dieser die Straße überquert, soll ihn die Sichel des Teufels treffen. Doch dummerweise trifft die Sichel nicht Leo, sondern die Tänzerin Rita Luna. Und diese fühlt sich mehr als ungerecht behandelt und fordert eine zweite Chance. Daraufhin stellt der Teufel die beiden  in einem Wettbewerb gegenüber, um zu entscheiden, wer von beiden sein Leben mehr verdient hat.

Eine wirklich unterhaltsame Erzählung. Es handelt sich dabei nicht einfach nur um die oben zusammengefasste Geschichte, sondern diese wird innerhalb des Buches von einem Mann namens Richard erzählt. Dieser bringt ein wenig Witz in die Geschichte, denn er scheint gerne mal etwas auszuholen bei seinen Geschichten und bringt immer wieder irgendwelche Wortspielchen mit ein, da er manche Begriffe, die für seinen Mithörer alltäglich sind, für merkwürdig hält. Außerdem sind witzige Beschreibungen enthalten,  der Teufel z.B. wird als ‚der Dünne‘ bezeichnet. Sein Mithörer ist dabei der Ich-Erzähler, der im ganzen Buch sehr geheimnisvoll bleibt und von dem man nicht mal einen Namen erfährt. Man fragt sich also die ganze Zeit während dem Lesen: Wer sind diese Personen, und was möchte Richard mit dieser Geschichte bezwecken?
Die Geschichte scheint einerseits absolut nichtssagend und doch  regt sie den Leser mehr als einmal  zum Nachdenken an. Man beginnt sofort, sich selbst Gedanken über sein Leben zu machen und wie man dem Teufel erklären könnte, dass man es mehr wert ist weiter zu leben,  als eine andere Person.
Auf den letzten drei Seiten macht es dann plötzlich klick und ich wusste worauf es hinausläuft und ich musste erst mal lachen. Die Idee, die dahintersteckt, fand ich einfach genial. Hinzu kommt ein super Schreibstil, ich war auf Anhieb in der Geschichte drin.

Außerdem hat mich das Cover total angesprochen. Ich finde es super schön und eigentlich zu schade um zwischen meine anderen Bücher ins Regal zu stellen.
Dieses Buch kann ich wirklich jedem empfehlen, der auf der Suche nach guter Unterhaltung für zwischendurch ist.