Amokjagd

Carol will ihrem Leben endlich wieder einen Sinn geben. Lange Zeit wurde sie von ihrem Mann gequält und misshandelt. Auch nachdem sie sich von ihm scheiden ließ und eine Verfügung gegen in beantragte, machte er weiter. Rief sie täglich an, bedrohte sie, überraschte sie in ihrem Haus und vergewaltigte sie. Ihr aktueller Freund Lee sieht nur einen Ausweg: Sie müssen ihn umbringen. Carol schließt sich seiner Meinung an und so setzen die beiden ihren Plan in die Tat um.
Doch lange hält das Glück der beiden nicht an. Sie brachten sich in eine ebenso grausame Situation: Denn jemand hat die beiden bei ihrer Tat beobachtet und meint in ihnen Freunde mit einem gemeinsamen Hobby gefunden zu haben. Und so beginnt die blutige Amokjagd.

Dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven. Detailreiche Beschreibung  der Situationen, die Carol mit ihrem Exmann durchstehen musste. Besondere Heftigkeit erhält der Roman durch die sich häufenden sinnlosen Morde. Es werden grundlos Menschenleben ausgehaucht und das innerhalb von Sekunden und immer verbunden mit dem Gefühl eines Kicks, einem Gefühl von Befriedigung. Gerade noch befinden diese Menschen sich mitten im Leben, so z.B. auch die schwangere Frau, auf dem Weg zu ihrem Zuhause, und schon wird ihnen brutal alles genommen, wird ihnen ihr Leben ausgehaucht. Einfach, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Fieberhaft verfolgt der Leser zwei verschiedene, gleichzeitig ablaufenden Situationen: Die Amokjagd selbst und auf der anderen Seite die Ermittlungen durch Detective Rule. Gespannt muss man mit verfolgen, wie der Killer immer weiter außer Kontrolle zu geraten scheint und wie die Polizei ihm zwar nach und nach auf die Schliche kommt, aber nicht in der Lage zu sein scheint, ihn aufzuhalten.

Eine große Rolle spielen bei diesem Horrorakt vier Personen. Der Ermittler Rule, der große persönliche Probleme hat und so immer wieder einen Psychiater aufsucht. Dabei kommt heraus, dass Rule ein gewisses Interesse an Carol hat und somit auch einen besonderen Drang, ihr aus dieser Situation raus zu helfen. Dann natürlich Carol selbst. Sie versucht mit allen Mitteln, den Killer von seinen Taten abzuhalten und begibt sich dabei selbst immer wieder in Lebensgefahr. Dabei wird sie aber nicht etwa als große Heldin dargestellt, sonder es bleibt realistisch und man liest immer wieder über ihre großen Ängste. Lee, Carols Freund, der mit ihr zusammen in dieser aussichtslosen Situation steckt, versucht ebenfalls, den Killer zu überlisten um aus dessen Fängen zu gelangen. Dabei setzt er sein Leben aufs Spiel um Carol zu helfen. Auch bei diesem Charakter hat Ketchum auf unrealistische Beschreibungen verzichtet und ihn als völlig nachvollziehbaren Mann dargestellt.
Und natürlich der Killer: Wayne Lock. Die Person, die einem während des Lesens wohl am meisten durch den Kopf geht. Einerseits ein völlig klar denkender Mensch, der die Situation voll im Griff zu haben scheint, der Polizei immer einen Schritt voraus und klar im Vorteil, fragt man sich doch: Wie kann ein Mensch zu solch schrecklichen Taten fähig sein? Wieso gerät er andererseits so außer Kontrolle? Gekonnt beschreibt Ketchum dessen Gefühle, welche Gedanken hinter diesen Taten stecken, so dass auch seine Handlungen auf gewisse Weise nachvollziehbar werden.

Durchgehend spannend gelangt man schließlich an ein Ende, das den ein oder anderen überraschenden Teil enthält und die letzte Entscheidung über Leben und Tod bringt.

Alles in allem erzählt Ketchum grausam realistisch und spannend wie ein Mensch Amok läuft, völlig außer Kontrolle gerät und dabei jeden mit sich reißt, der ihm in den Weg kommt.


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