All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Die Jagd

Stell dir vor du verbringst die Nacht bei einer Freundin. Plötzlich wirst du von ihr aufgeweckt. Sie ist ängstlich und  total nervös – sie hat ein Geräusch im Haus gehört.  Sind etwa Einbrecher im Haus oder reagiert sie einfach nur über? Nicht lange und ihr beiden findet raus, was sich hinter dem Geräusch verbirgt und plötzlich wird deine Freundin von einem Sperr aufgespießt. Unentdeckt schleichst du ins Elternschlafzimmer und findest dort die Leichen von Mr. und Mrs. Clark. Weiter ins Zimmer ihres Bruders, weckst du ihn auf, berichtest ihm und ihr flieht. Jedoch nicht ohne die Killer auf euch aufmerksam zu machen und eine grausame Jagd beginnt.
Genau in dieser Situation befindet sich die sechzehnjährige Jody. Zusammen mit Evelyns jüngerem Bruder Andy ist sie auf der Flucht vor der mörderischen Bande die vor nichts Halt zu machen scheint.

Ein gnadenlos spannender Thriller, bei dem man nicht etwa erst einmal eine kurze Einleitung zu lesen bekommt, sondern gleich der Brutalität der schonungslosen Killer ausgesetzt wird.
Schon nach fünf Seiten kommt es zum ersten Mord und plötzlich ist man mittendrin, gefangen von der fesselnden Spannung, die einen nicht mehr loslässt.
Noch total geschockt von den Taten der Killer muss man anschließend miterleben, wie Jody und Andy auf der Flucht um ihr Leben kämpfen.
 Und auch nachdem die beiden sich in Sicherheit wiegen und man sich schon fragt, was denn nun noch passieren soll, wie die zweite Hälfte des Buches weiter diese Spannung auf erhalten soll, wird man immer wieder überrascht durch plötzliche Wendungen und Geschehnisse.

Besonders interessant wird die Geschichte dadurch, dass es beim Erzählen einen ständigen Perspektivwechsel gibt. Mal wird sie aus der Sicht von Jody geschrieben, zwar in der dritten Person, aber man begleitet sie ständig und kennt all ihre Gedanken. Und dann gibt es noch ‚Simons Geschichte‘. Dieser Teil ist in der Ersten Person geschrieben, aus der Sicht einer der Killer, der die Geschehnisse auf ein Tonband spricht. Dabei erfährt man nach und nach, was es mit der Killerbande auf sich hat und was die Pläne des brutalen Killers sind.  So entwickelt sich ein besonderer Nervenkitzel, wenn man über Jodys Aktivitäten liest und genau weiß, was der Killer nebenher im Schilde führt.
Allerdings fand ich die Beschreibungen aus der Sicht von Simon etwas merkwürdig. Diese Person kam dabei für mich schon fast sympathisch rüber, ich konnte garkeinen Hass auf diesen Killer empfinden durch die teilweise ironischen Beschreibungen.

Außerdem fand ich es manchmal sehr übertrieben, wie gut Jody auf diese Situation vorbereitet war. Dass ihr Vater ausgerechnet Polizist ist und ihr so den Umgang mit einer Waffe beigebracht hat. Dass sie von ihrem Vater das Baseballspielen gelernt hat und sich so mit dem Schläger gegen einen der Killer perfekt zur Wehr setzen kann.

Und auch der kleine Andy, erst zwölf, war mir teilweise doch etwas zu unrealistisch. Dieser war mir größtenteils doch zu sehr auf Jody konzentriert und als Zwölfjähriger doch etwas zu weit entwickelt.

Zwischenzeitlich nimmt die Spannung mal wieder ein klein wenig ab, aber man kann wohl kaum erwarten, dass man über 500 Seiten lang die Spannung, die ein kaltblütiger Tod mit sich bringt, halten kann. Allerdings bleibt man trotzdem ans Buch gefesselt, möchte natürlich wissen, ob es den Killern gelingt, sich die zwei Kinder zu schnappen und diese ebenfalls zu töten.

Ein super gelungenes Ende, das wieder nur so vor Spannung trotzt. Gerade dann, wenn man denkt, es ist vorbei, schlägt plötzlich wieder jemand zu.

Zusammenfassend ist dieses Buch ein mitreißender Thriller, der sicher nichts für Schwache Nerven ist. Typisch Richard Laymon, vollgepackt mit Gewalt, jeder Mord ein detailreiches Blutbad, und hier und da spielt natürlich auch der sexuelle Aspekt eine Rolle. Für jeden Laymon Fan ein Muss.