Nacht

Alice wohnt bei ihren verheirateten Freunden über der Garage. Als diese in den Urlaub fahren, soll Alice auf das Haus aufpassen und darf es sich dabei auch gerne im Haus selbst und im und am Pool gemütlich machen. Völlig abgelegen liegt dieses Haus, könnte man sich doch glatt einsam fühlen, käme nicht plötzlich eines Nachts ein fremder Mann aus dem Wald und lies es sich im Pool gutgehen. Völlig verängstigt steht Alice im Wohnzimmer und beobachtet den nackt badenden, als das Telefon klingelt. Ein ihr unbekannter Mann, der sich verwählt hat, kommt ihr zur Hilfe, denn der Mann aus dem Pool denkt, sie telefoniere mit der Polizei und verschwindet, nachdem er noch schnell seine Spuren auf den Fenstern des Wohnzimmers hinterlässt.
Kurze Zeit später traut sich Alice endlich das Haus zu verlassen um zum Schlagen in ihre Wohnung über der Garage zu gehen, als plötzlich ein Mann vor der Haustür steht. Gepackt von Angst sticht sie ihm einen Säbel in den Kopf und stellt jedoch anschließend fest, dass er nicht der Mann aus dem Pool ist. Und damit fängt das ganze Schlamassel und ein wildes Blutvergießen erst an…

Bei Büchern von Richard Laymon muss man sich ja bekanntlich auf so einiges gefasst machen. Eine Leiche nach der anderen, viel Gewalt und Blutvergießen und das in den gröbsten Details und auch Sex (ob gewollt oder ungewollt) darf nicht zu kurz kommen. Es geht also wirklich hart zu, man geht an seine Grenzen, aber so lange man darauf vorbereitet ist und sich vor so was nicht abschrecken lässt, sollte das kein Problem sein und ein spannendes Erlebnis versprechen.
Und wer meine Lesegewohnheiten kennt, der weiß, dass ich solche Sachen gerne lese. Also habe ich mich auch wieder, ganz gespannt, mit flatterndem Herzen, schon ganz nervös und neugierig, wieder an mein nächstes Buch von Richard Laymon gemacht.

Und ich kann wirklich sagen, dass ich wieder mal richtig gut unterhalten wurde, nur eben nicht so, wie ich es erwartet hätte. Ich habe gelacht! Ja wirklich, ich habe mich teilweise kaum zusammenreißen können. Mit so was hätte ich bei einem Laymon wirklich absolut nicht gerechnet und nach dem oben beschriebenen Inhalt, hat das wohl keiner.
Grund dafür, ganz einfach, es war absolut unrealistisch.
Dass die Geschichten von Laymon was Unrealistisches an sich haben ist zwar eigentlich auch Standard (wollen wir doch zumindest mal hoffen), aber dieses Buch war wirklich abgefahren.

Eine total verängstigte Frau, die sich abends nur schon vor der Dunkelheit scheut und sich nicht mal für eine Minute vor die Tür traut, mutiert plötzlich zum wildgewordenen Killer.

Schon die Einleitung selbst ist eher witzig gehalten, denn das Buch wird aus der Sicht von Alice beschrieben. Diese schildert dann in der Einleitung, sie schreibe dieses Buch, um sich später noch an diese Dinge zu erinnern und macht den Leser immer wieder darauf aufmerksam, dass die Geschichte selbst zwar wahr, aber die genannten Namen der Personen und Orte natürlich abgeändert seien.

Und dann kommt die Geschichte, wie es ebenfalls typisch für Richard Laymon ist, ziemlich schnell in Fahrt und man wartet nicht lange auf den ersten Akt der Gewalt. Und genau dieser fällt zwar äußerst brutal aus und dem Leser spritz wie gewohnt das Blut und Gehirnmasse um die Ohren, doch dieser plötzliche Gewaltausbruch ist derart unrealistisch, dass ich darüber lachen musste.

Es wird zwar einerseits Spannung aufgebaut, da man schließlich darüber lesen möchte, wie sich Alice aus dieser verzwickten Lage befreit, was sie auf äußert dumme und komplizierte Art tut und sich somit weiter reinreitet, und da Andeutungen darüber gemacht werden, dass sie es schon früher einmal mit der Polizei zu tun hatte, worüber man natürlich mehr erfahren möchte, aber der Leser wird auch durch die Handlung selbst bei der Stange gehalten. Immer wieder ergeben sich die krassesten, unvorstellbaren und natürlich gewaltbeherrschten Situationen, die den Leser mehr als nötig unterhalten.

Auf der einen Seite scheint Alice eine Person zu sein, die die Lage voll im Griff hat, weiß wie damit umzugehen ist und keine Angst vor irgendwem oder irgendwas hat und andererseits ist sie dann wieder die völlig verängstigte die sich einfach nur selten dämlich anstellt und sich immer schlimmer reinreitet, ein Schlamassel folgt dem anderen und das alles innerhalb kürzester Zeit.

Auch wenn dieses Buch die Grundfeiler eines jeden Laymon Buches enthält, hält dieses Buch doch die ein oder andere Abwechslung und vor allem Überraschung bereit. Vielen würde ich allerdings ganz sicher von diesem Buch abraten, da wahrscheinlich nicht jeder über solche Grausamkeiten lachen kann und diese eher für abartig hält. Mir hat es wie immer gut gefallen und ich war begeistert, mal auf eine andere Weise unterhalten zu werden.


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