Das Herz ihrer Tochter

Jodi Picoult schickt den Leser nicht in Fantasiewelten, zu selbsterdachten schönen Orten, sie bleibt in der Realität und zeigt dem Leser was sich dort alles verbirgt, macht ihm klar, dass die Entscheidung darüber, was man morgens anzieht, einfach nur lächerlich ist, im Gegensatz zu solchen, die manch andere Personen zu treffen haben.

Genau vor einer solch schweren und alles andere als belanglosen Entscheidung steht June Nealon. Soll sie das Leben ihrer Tochter damit retten, dass sie ausgerechnet den Mann helfen lässt, der für den Tod ihres Mannes und ihrer erstgeborenen Tochter verantwortlich ist?

Mehr als nur schockierend wird man gleich zu Beginn mit den dramatischen Ereignissen konfrontiert. Völlig unerwartet muss man schon am Anfang feststellen, dass Jodi Picoult es wieder einmal schafft dem Leser völlig den Boden unter den Füßen zu nehmen, ihn in den Bann der Geschichte zu ziehen und ihn fassungslos und sprachlos zu machen.

So wie in ihren anderen Bücher auch, wird die Geschichte aus der Sicht sich immer wieder abwechselnder Personen beschrieben, wodurch man einen sehr guten Einblick in die Gefühlswelten dieser bekommt und so auch versuchen kann, deren Beweggründe für ihre Handlungen nachzuvollziehen. Anfangs wundert man sich noch über die ein oder andere Person, welche eine Nebenrolle zu spielen scheint, wird später jedoch klar, was deren Bedeutung in der weiteren Geschichte so wichtigmacht.

Dies geschieht vor allem an der Stelle des Buches, an der man mit einem Thema konfrontiert wird, das durch Titel und Klappentext so nicht zu vermuten war. Die Geschichte wendet sich schnell von den anfänglichen dramatischen  Ereignissen ab und konzentriert sich viel mehr auf den Mörder und dessen Wunsch nach Wiedergutmachung. An dieser Stelle empfand ich die vielen religiösen Erläuterungen leider als so störend, dass ich das Buch letztlich abbrach.

Jodi Picoult hat mit diesem Buch sicherlich wieder ein Werk geschaffen, das den Leser voll und ganz packen kann und hat auch hier wieder zu einem Thema gegriffen, der Todesstrafe, das sehr nachdenklich macht und so bewirkt, das man auch nach dem Lesen des Buches noch mit der Geschichte zu kämpfen hat, sich weitere Gedanken darüber macht.
Hätte dieses Buch sich mehr auf Mutter und Tochter konzentriert, als auch weniger religiöse Aspekte beinhaltet, wäre ich sicherlich wieder vollauf begeistert gewesen, so jedoch konnte mich das Buch leider nicht genügend fesseln und absolut nicht begeistern.


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Comments:

  • Miss Bookiverse • February 3rd, 2011

    Ich habe noch nie was von Jodi Picoult gelesen, aber ich finde ihre Inhalte klingen immer äußerst interessant.
    Schade, dass du das Buch abbrechen musstest. Ich finde es klingt eigentlich ganz spannend, das ganze auch aus der Sicht des Täters betrachten zu können. Was hat dich denn an den religiösen Erläuterungen gestört? Waren sie so ausführlich/langweilig geschildert oder fandest du generell das Thema Religion blöd?

  • Tanja • February 3rd, 2011

    Danke für deine informative Rezension, denn fast hätte ich mir dieses Buch gekauft. Schade, dass der Titel nicht dem entspricht, was man sich darunter vorstellt! Lieben Gruß, Tanja – PS: Deine Zitate schau ich mir ein anderes Mal in Ruhe an. Es war ein langer Tag und ich bin absolut nicht mehr aufnahmefähig. *grins*

  • Crini • February 6th, 2011

    Ich bin allgemein kein Fan vom Thema Religion und ich hatte einfach ganz andere Vorstellungen von dem Buch, da zB der Titel mal wieder wirklich schlecht übersetzt wurde, so dass ich einfach nicht mehr weiterlesen wollte…

  • dieses buch war so fesselend und bewegend. ich finde gerade diese religiösen überlegungen der einzelnen figuren spannend. natürlich geht es weit weniger um mutter und tochter als erwartet aber daa habe ich nicht als störend empfunden. mich hat dieses buch mit sehr vielen fragen zurückgelassen und sehr bewegt.

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