Tschick

Wen packt nicht manchmal das Verlangen, einfach mal ins Auto zu steigen und sinnlos und ohne Plan einfach drauf los zu fahren und irgendetwas Dummes, Spaßiges anzustellen. Doch schnell besinnt man sich wieder, wie verantwortungslos das ist und das man doch so viel Wichtigeres zu tun hat, Verpflichtungen hat und schnell ist die Lust beiseitegeschoben.

Genau so liefe es wohl bei jedem Erwachsenem ab. Allerdings nicht bei zwei 14-jährigen Jungs, bei denen gerade die Sommerferien begonnen haben und somit die ersten Anzeichen von Langeweile aufkommen. Maik ist ein Einzelgänger, in seiner Klasse wird er als Langweiler abgestempelt und ist so weder auf der Geburtstagsfeier der hübschen Tatjana eingeladen, noch hat er Freunde, mit denen er gemeinsam die Sommerferien verbringen kann. Jedoch gibt es da auch noch Tschick. Tschick kommt aus Russland und ist nicht nur der Neue in der Klasse, sondern wird genauso wenig akzeptiert wie auch Maik. Und so kommt es, dass die beiden sich zusammentun, von Maiks Seite aus eher ungewollt, und sie erleben den aufregendsten Sommer ihres Lebens.
Tschick klaut ihnen kurzerhand ein Auto und los geht die wilde und aufregende Fahrt in die Walachei, bei der die beiden die tollsten Dinge erleben.

Selten ist man so schnell mitten drin in einer Geschichte. Vollkommen gepackt vom Inhalt, lässt das Buch schon nach wenigen Seiten nicht mehr los.
Gleich zu Anfang bekommt man einen kurzen Einblick in die Zukunft und darauf, wie die wilde Fahrt von Tschick und Maik enden wird und dieser allein sorgt schon dafür, dass man das Buch in Windeseile durchgelesen haben möchte.
Bei den gerade mal  256 Seiten ist dies auch letztlich schneller der Fall als man sich wünschen mag. So witzig unterhaltsam und einfach nur sensationell ist dieses Buch, dass die Zeit wie im Flug vergeht und plötzlich findet diese wunderbare Geschichte schon zu einem Ende, dabei wünscht man sich doch, sie würde ewig so weiter gehen.

Wolfang Herrndorf beschreibt in diesem Buch eine wirklich wunderschöne Geschichte über die Freundschaft und die Jugend.
Schnell sieht man sich selbst zurückversetzt in seine eigene Jugend als man noch durchs Leben ging, ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein. Die Geschichte erweckt eine starke Sehnsucht, auch nochmal so loslassen zu können, wie diese beiden Jungs es tun, einfach das zu tun, was einem gerade in den Kopf kommt.

Besonders beeindruckend war an dieser Geschichte der Schreibstil. Ich habe selten so eine authentische Geschichte gelesen. Sie ist aus der Sicht von Maik erzählt und schon nach einer kurzen Zeit glaubt man sich wirklich in der Situation, in der Maik vor einem steht und die Geschichte erzählt. Dies wird zum einem durch die Wortwahl ermöglicht, so wurde ich immer wieder durch Ausdrücke wie ‚okayen Unterricht‘ und Ähnliches wunderbar unterhalten und musste mich daran erinnern, was es zu meiner Zeit als Vierzehnjährige für ‚Worterfindungen‘ gab.
Außerdem wirkt die Erzählung sehr real dadurch, dass Maik in seinen Schilderungen immer wieder abweicht und völlig Nebensächliches erzählt,  was zwar einerseits völlig unsinniges Zeug ist, jedoch zu einem großen Teil zur Unterhalten beiträgt.

Die Geschichte selbst ist mehr als beeindruckend. Immer wieder musste ich laut über die witzigen Situationen lachen, in die Maik und Tschick durch ihre jugendlichen, unproblematischen Gedanken kommen. In jeder neuen Szene wurde in mir mehr und mehr die Sehnsucht nach Abenteuer, Ferne und sinnlosem Blödsinn geweckt, danach einfach nochmal vierzehn zu sein.

Wolfang Herrndorf hat es geschafft, auf wirklich unterhaltsame Art und Weise die Jugend von heute darzustellen. Auch der Aspekt der Freundschaft spielt eine große Rolle, welcher hier, sehr realistisch dargestellt, mit einfließt.

Insgesamt kann ich nur sagen, dass ich es wirklich schade fand, dass dieses Buch so schnell zu Ende war. Ich wurde von der ersten bis zur letzten Seite mehr als gut unterhalten und  werde ganz sicher auch zum nächsten Buch dieses Autors greifen.


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