All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Die Auserwählten: Im Labyrinth

Wie es wohl ist, wenn man sich plötzlich nur noch an seinen Namen erinnern kann und an sonst nichts mehr? Nicht an seine Eltern, nicht an sein zu Hause, seine Herkunft, einfach an nichts. Und nicht nur das, sondern auch noch an einem völlig fremden Ort in der Finsternis aufzuwachen. Genau das erlebt Thomas. Genau in diesem Zustand befindet er sich, als er an einem völlig merkwürdigen und geheimnisvollen Ort ankommt, an dem eine Menge weitere Jungen leben, die genauso ahnungslos sind wie er. Und dann gibt es dort das Labyrinth, voll mit undurchschaubaren Gefahren, lebensbedrohlich für jeden, der es betritt, scheint es der einzige Ausweg, um von diesem Ort zu fliehen.

Mit diesem Buch hatte ich anfangs auch so meine Schwierigkeiten. Zwar kam ich mit dem Schreibstil gleich von Anfang an sehr gut zurecht, die Story lässt sich flüssig lesen und die Art, wie James Dashner die Dinge beschreibt, detailliert, aber ohne langatmig zu werden, hat mir gut gefallen. Allerdings machte mir die Geschichte selbst ein paar Schwierigkeiten. Zum einen konzentriert sich die Geschichte vorrangig auf Thomas. Sie wird zwar nicht direkt aus seiner Sicht geschildert, jedoch sind für den Leser seine Gedanken vorrangig sichtbar. Das hat zur Folge, dass man zu Anfang der Geschichte auf dem gleichen Wissensstand ist wie er, also keine Ahnung hat, was vor sich geht, was es mit diesem Ort auf sich hat. Dabei hat es mich gestört, dass zu sehr versucht wird, diese geheimnisvollen Dinge so spät wie möglich aufzudecken. Man könnte zwar meinen, dass dies sich positiv auf die Spannung auswirkt, jedoch hat mich die Art und Weise wie es hier passiert, nämlich dass die anderen Jungen das Erzählen dieser Dinge zurückhalten, eher ungeduldig gemacht und leicht genervt.

Hinzu kommt, dass die Jungen sich dort nicht gerade eine andere Sprache zugelegt haben, aber einige neue Wörter benutzen, die Thomas, und so auch der Leser, nicht kennt. Diese Wörter haben bei mir ein eher mulmiges Gefühl zurück gelassen. Ich fand sie etwas merkwürdig und vor allem auch unnötig. Man hat einerseits den Eindruck, sie bräuchten diese Wörter, weil sie keine passenden kennen, andererseits wird immer wieder beschrieben, dass sie sich nur nicht an ihren Namen und ihre Herkunft, so wie an aktuelle Dinge erinnern können, jedoch problemlos zum Beispiel Tiere benennen können.

Jedoch legen sich diese Schwierigkeiten schnell, sobald das Buch erst mal in Fahrt kommt und man aufgeklärt ist, über den Alltag der Jungen und vor allem über das Labyrinth selbst. Ab diesem Moment geht es wirklich spannend zu, man wird gepackt von einer wirklich interessanten Geschichte und immer wieder schwirrt einem die Frage durch den Kopf: was steckt dahinter? Wer tut ihnen das an? Und warum? Abgerundet wird die Geschichte durch ein wirklich gelungenes Ende, mit garantiertem Nervenkitzel und der ein oder anderen Überraschung.

Was die Charaktere angeht, so war mir anfangs erst mal nur Thomas wirklich sympathisch, was aber auf der einen Seite daran liegt, dass die anderen Jungs ihm auch erst mal aus dem Weg gehen und eher negativ gegenüberstehen, und auf der anderen Seite wird man stark durch die Gefühle und Gedanken von Thomas diesen gegenüber beeinflusst und übernimmt schnell dessen Haltung gegenüber den anderen Personen. Dies legt sich mit der Zeit aber auch und es gibt weitere Personen die man ins Herz schließt und in die man sich schnell und einfach hineinversetzen kann.

Dieses Buch bietet eine wirklich abwechslungsreiche Geschichte, die mal ein ganz anderes Thema aufgreift. Außerdem gibt es hier ein Ende, das zwar einerseits einen guten Abschluss für die Geschichte darstellt, andererseits aber auch neugierig auf das zweite Buch der Trilogie macht.