All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Die Poisen Diaries

Eine kleine und alte Kapelle im Norden Englands: Diese nennt die sechzehnjährige Jessamine zusammen mit ihrem Vater ihr zu Hause.
Es ist eine Geschichte die um 1800 herum spielt, eine Geschichte, die sich der Natur, den Pflanzen, widmet.
Jessamine verbringt ihr Leben damit ihrem Vater dabei zu helfen, sich tagaus tagein um seine Pflanzen zu kümmern. Denn als Botaniker hat er eine Leidenschaft zu diesen entwickelt und hilft allen Menschen in seiner Umgebung mit dessen heilenden Wirkungen.
Doch als plötzlich der Junge Weed in ihr Leben drängt, welcher sich auf ganz besondere Weise mit den Pflanzen und dessen Verwendung auszukennen scheint, verliebt sich Jessamine auf Anhieb in ihn, was für sie jedoch fürchterliche Folgen haben kann. Tödliche Folgen…

Die Meinung zu diesem Buch hat sich während dem Lesen bei mir ständig geändert:

Ganz am Anfang fand ich erst einmal den Schreibstil ganz furchtbar, auch wenn es wahrscheinlich zu dieser Zeit wunderbar passt, dass dieser etwas altmodisch war, fand ich das ganz doch zu abgehackt und kam damit einfach nicht zurecht.
Nach einiger Zeit hat sich das dann aber Gott sei Dank gelegt und ich kam mit dem Schreibstil wesentlich besser klar.
Was mich allerdings immer noch gestört hat war, dass das ganze eine Art Tagebuch darstellen sollte, wobei Jessamine diejenige war, die dieses führt. Allerdings halte ich das eher für einen misslungenen Versuch, da immer nur die ersten wenigen Sätze den Eindruck eines Tagebuchs machten. Außerdem sollte man dann auch vollkommen dabei bleiben. Jedoch gab es plötzlich auch Stellen die aus der Sicht von Weed beschrieben sind (Jessamina sei zu schwach zum Schreiben, und er müsse dies jetzt tun…) und plötzlich liest man dann aber doch wieder was aus Jessaminas Sicht.

Mit den Charakteren hatte ich leider auch so meine Schwierigkeiten, da sie für mich einfach absolut nicht nachvollziehbar gehandelt haben und mir einfach zu unrealistisch waren. Vor allem Jessamine, welche ständig darüber jammert, sie würde ihr ganzes Leben lang alleine in diesem Haus verbringen und hätte niemanden zum Reden. Dabei hätte sie jederzeit einfach auch mal losgehen können, ihr hat ja schließlich niemand befohlen, das Haus nicht zu verlassen.
Auch Weed ließ sich für mich in bestimmten Dingen einfach viel zu schnell überzeugen. So muss Jessamine ihn zum Beispiel zum Essen überreden. Das ging für mich einfach viel zu schnell und einfach vonstatten. Und nach seinen ersten Handlungen nach zu urteilen, hätte ich in ihm eher einen Zehnjährigen vermutet, statt einem Sechzehnjährigen.

Die Geschichte selbst fand ich auch wieder stellenweise mal gut und dann mal wieder schlecht. Der absolute Höhepunkt dabei war aber definitiv das Ende, das ich extrem weit hergeholt fand.

An sich hätte ich wirklich damit gerechnet, dass man aus der Idee was wirklich Schönes hätte machen können, da steckt wirklich viel Potential dahinter, aber mir war einerseits die Liebesgeschichte, die sich abspielt zu schnulzig und auch dass lange Zeit immer nur beschrieben wird, wie sie ihre Pflanzen züchten fand ich sehr langatmig.

Als Weed zum ersten Mal auftaucht und man feststellt, dass er ein Geheimnis zu bergen scheint, kommt dann doch mal ein winziges bisschen Spannung auf. Leider wird diese aber schnell durch die beginnende Liebesgeschichte verdrängt.

Die Auflösung dieser mysteriösen Krankheit, die Jessamina befällt fand ich leider zu abgedreht. Die Autorin hat hier wohl mit aller Macht versucht, für Spannung und Überraschung zu sorgen. Die Überraschung ist ihr auch bei mir wirklich gut gelungen, ich war wirklich erstaunt, als ich die letzten Seiten gelesen habe, aber gefallen hat es mir überhaupt nicht.