Grim: Das Siegel des Feuers

“Sie fürchten und beschützen uns seit uralter Zeit. Sie sind der kalte Hauch, der in einer warmen Sommernacht deine Wange streift, wenn du schläfst, und sie sind der schwache Duft von Dunkelheit im Morgengrauen. Sie sind die gefallenen Engel unserer Zeit, sie sind – die Gargoyles.“

Der Gargoyle Grim wahrt das steinerne Gesetz, nach dem niemals ein Mensch von der Existenz seines Volkes erfahren darf. Doch dann wird dieses Gesetz aufgrund eines rätselhaften Pergaments gebrochen. Gemeinsam mit der jungen Sterblichen Mia, einer Seherin des Möglichen, will Grim das Geheimnis des Pergaments ergründen. Sie ahnen nicht, dass sie einem Rätsel auf der Spur sind, welches das Schicksal der ganzen Welt bedroht …

Ich bin es zwar von Krimis und Thrillern eigentlich gewohnt, dass Bücher 600 oder mehr Seiten haben, aber dieses hier war mein ersten Jugendbuch mit solch vielen Seiten und ich war gespannt, ob auf diesen nicht vielleicht Langeweile aufkommen könnte.

Das war aber absolut nicht der Fall. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und bei mir kam nicht auf einer einzigen Seite Langweile auf.

Angefangen damit, dass man in eine völlig andere Welt eintaucht, in die Welt der Gargoyles, über die man genauso wenig weiß, wie Mia, könnte man vermuten dass man erst einmal mit einer langen und vor allem öden Einleitung in die Geschehnisse und die ‘Anderswelt’ rechnen muss. Das war aber alles andere als der Fall. Stattdessen lernt man die Dinge durch spannende Geschehnisse kennen und bekommt die Informationen häppchenweise geliefert, statt alles auf einmal und bekommt somit einen tollen und nicht überfordernden Einblick.

Auch im weiteren Verlauf der Geschichte wird man immer wieder mit neuen Gegebenheiten und Informationen überrascht, so dass die Spannung durchgehen aufrecht erhalten bleibt.

Immer wieder darf man den Nervenkitzel bestimmter Situationen miterleben und scheint sich ein nervenaufreibendes Abenteuer dem Ende zu neigen, hat man den Eindruck, man kann mal kurz wieder Luft holen und etwas runter kommen, schon wird man wieder mit etwas überrascht, dass die Geschichte rumreißen kann und man stürzt sich mit Mia, Grim und Remis schon ins nächste ungewisse Erlebnis.

Hinzu kommt, dass mich das Buch nicht nur in Sachen Spannung überzeugt hat, sondern es gab auch immer wieder Erlebnisse, die mich zum Lachen bringen konnten.

“Auf einmal kam Mia die Vorstellung, dass ein Vampir sich in einen Menschen verlieben könnte, unglaublich absurd vor; das wäre ja beinahe so, als würde sich ein Mensch in ein Sandwich verlieben.”

Vor allem die Charaktere dieses Buches haben mich vollauf begeistert. Man hat es hier mit den unterschiedlichsten Geschöpfen zu tun, die man auf ganz verschiedene Weisen kennen lernt. Vor allem die Gargoyles fand ich sehr interessant, da ich zu diesen Wesen vorher noch nie etwas gelesen hatte und dies somit für mich mal wieder etwas Neues und Abwechslungsreiches war.

“Werwölfe hockten auf abgerissenen Sofas herum, Kobolde hockten betrunken an den hölzernen Tischen, und heruntergekommene Gestaltenwandler lehnten an den Säulen und rauchten…” 

Aber nicht nur dass ich den Gargoyle Grim trotz seiner anfangs sehr übellaunigen und düsteren Stimmung sofort sympathisch fand, auch Mia als Mensch hat mir gut gefallen. Beide sind Charaktere deren Abenteuer ich gespannt verfolgt habe, ohne von gewissen Situationen oder Taten genervt zu sein. Ich fand sie stattdessen nachvollziehbar und besonders mochte ich, dass sie trotz ihrer Kräfte immer noch realistisch blieben und nicht als perfekt oder heldenhaft dargestellt werden, sondern in gewissen Situationen auch an ihre Grenzen stoßen.

Hinzu kommt, dass Gesa Schwartzs Schreibstil mehr als angenehm ist. Ihre Art die Dinge zu beschreiben fand ich besonders toll. Durch verschiedene Vergleiche schafft sie es, dem Leser ein ganz genaues Bild der Situation in den Kopf zu setzen, so dass man sich vollauf auf diese einlassen und sich diese ganz genau vorstellen kann.

“Es klang, als würde er sich die Stimmbänder des Menschen zunutze machen –  wie ein Kind, das sich über eine Geige hermacht und den Bogen wütend über die Saiten zieht.”

Wer mal wieder Lust hat, sich auf ein längeres Abenteuer einzulassen, das nicht schon nach kurzer Zeit viel zu schnell wieder vorbei ist, sollte definitiv zu diesem Buch greifen. Eine spannende Handlung, mit liebenswerten Charakteren, beschrieben mit einem tollen Schreibstil ergeben ein lohnenswertes Leseerlebnis!


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