All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Das verbotene Eden: David und Juna

 Männer und Frauen. Feuer und Wasser. David und Juna. Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen. Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …

Als ich zum ersten Mal den Klappentext von ‘Das verbotene Eden’ gelesen habe war ich direkt Feuer und Flamme. Nicht nur weil Dystopien meist eine ordentliche Portion Spannung versprechen, sondern bei diesem Buch vor allem, weil es mich extrem neugierig machte, wie Thomas Thiemeyer die Entstehen einer Gesellschaft begründet bzw. erklärt, in der Männer und Frauen nicht mehr gemeinsam leben, sondern sich statt dessen sogar hassen.

Lange musste ich dann auch nicht lesen und bekam die Erklärung schon auf den ersten Seiten präsentiert. Auf diesen ersten Seiten geht es auch noch recht langsam, mit eher wenig Spannung voran, so dass man erst einmal einen aktuellen Überblick bekommt, wie sowohl die Frauen als auch die Männer leben, unter welchen Bedingungen sie ihren Alltag zu bewältigen haben. Und genau damit kam für mich auch der größte und eigentlich einzige Kritikpunkt an dieser Geschichte auf: Ich fand es leider einfach nicht logisch. Der Rückschritt den die Menschen gemacht haben war mir zu extrem  und ich  entdeckte für mich beim Lesen leider immer wieder neue kleine Unstimmigkeiten, die dem Vergnügen am Lesen einen kleinen Dämpfer verpassten.

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So zum Beispiel:

Vor allem unter den Frauen beherrscht kaum noch jemand das Lesen, obwohl scheinbar doch recht viele Bücher noch erhalten sind. Und konnte einfach nicht nachvollziehen, wieso man plötzlich nicht mehr Lesen gelernt haben sollte.

Obwohl der Hass zwischen den Männern und Frauen schon vor ca. 60 Jahren entstand, ist oft die Rede von Männer im Alter von Anfang/Mitte 20 und ich habe mich oft gefragt, wie diese gezeugt wurden, wo doch aktuell auch oft geschildert wird, dass es kaum noch Geburten gibt.

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Sieht man jedoch mal von der Logik hinter der Geschichte und anfänglichem weniger spannender Handlungen ab, so hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen.

Sobald es erst einmal spannend wird, zieht die Geschichte immer weiter an und wird bis zum letzten Satz, bis zum letzten Wort nicht mehr langweilig.

Dabei haben mir auch die Charaktere besonders gut gefallen. Juna und David waren für mich eine wirklich gelungene Abwechslung zu sonstigen Charakteren und besonders gefallen hat mir, dass sie innerhalb des Buches beide eine Entwicklung durchmachen, da sie erst mit den Geschehnissen erfahren, wie es früher zwischen Mann und Frau war und wie es überhaupt dazu kam, dass sie nun Feinde sind.

Das man auch hier mit einer Liebesgeschichte rechnen kann, ist kein großes Geheimnis. Diese schleicht sich aber nur ganz heimlich still und leise in die Geschichte hinein, lässt einige Zeit auf sich warten und nimmt sich zu viel Platz ein. Stattdessen fügt sie sich samt dem Gesamtgeschehen bei und wirkt so weder aufdringlich noch ist sie in irgendeiner Weise kitschig. Genaus so wie ich es mag, gibt es hier und da ein kleines bisschen Liebesglück, doch im Großen und Ganzen konzentriert sich die Geschichte weiterhin auf die Kluft zwischen den Männern und Frauen.

Eine wirklich gelungene Dystopie, die ich zwar an der einen oder anderen Stelle nicht nachvollziehen konnte, die jedoch durch gelungene Charaktere, einem angenehmen Schreibstil und einem Funken Liebe absolut lesenswert ist.