All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

The Long Walk

Every year, on the first day of May, one hundred teenage boys meet for an event known throughout the country as “The Long Walk.” Among this year’s chosen crop is sixteen-year-old Ray Garraty. He knows the rules: that warnings are issued if you fall under speed, stumble, sit down. That after three warnings… you get your ticket. And what happens then serves as a chilling reminder that there can be only one winner in the Walk – the one that survives…

Walk or die, that’s the moral of this story.

‘The Long Walk’ ist nicht das erste Buch das ich von Stephen King gelesen habe und bisher hab ich immer ziemlich gute Bücher von ihm erwischt.
Daher hatte ich nach dem Lesen des Klappentextes auch ziemlich hohe Erwartungen an dieses Buch, da dieser ja wirklich vielversprechend und spannend klingt.
Leider bin ich dann aber knallhart auf die Schnauze geflogen, denn von Spannung kann hier absolut nicht die Rede sein.

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, um klar zu machen, wie schlecht und langweilig dieses Buch war.

Sandra: Let’s go ^^

1. Die Idee des ‘Long Walks’ selbst.
Auf den ersten Blick mag die Idee verdammt toll und spannend klingen, war sie aber nicht. Schnell wird beim Lesen klar: Man muss sich hier einfach mal damit abfinden, dass es den Long Walk seit Jahren gibt. Wieso die Gesellschaft das mitmacht, wieso die Jungs daran teilnehmen? Das Warten auf diese Antworten ist wohl der einzige Beweggrund gewesen, wieso ich überhaupt noch weiter gelesen habe, statt diese zähfließende Geschichte einfach abzubrechen.

The french lord and ladies used to screw after the guillotining. The old Romans used to stuff each other during the gladiatorial matches. That’s entertainment.”

Dies ist die wirklich einzige Stelle die darauf eingeht, wieso die Leute das alles mitmachen und scheinbar fasziniert verfolgen, wie sich Jungs zu Tode laufen.
Realistisch fand ich das Ganze allerdings nicht und glaubwürdig erst Recht nicht.

2. Die Beweggründe der Jungs daran teilzunehmen.
Auch wenn man letztlich doch mal ein paar winzige Brocken hingeworfen bekommt, die schildern, wie die Jungs dazu kamen, am Long Walk teilzunehmen, so fehlen hier trotzdem komplett die Beweggründe. Denn das Ganze ist freiwillig!!! Freiwillig laufen sie tage- und nächtelang durch die Gegend, stellen ihr Leben auf Spiel und für was? Gute Frage! Wüsste ich auch gerne und auf eine nachvollziehbare Antwort warte ich immer noch.

Sandra: Ich dachte mir auch die ganze Zeit: Warum in aller Welt nehmen alle Menschen, sogar die Eltern der Jungs das einfach so hin? Offensichtlich werden die Menschen nicht zum Zuschauen gezwungen. Was ist also so faszinierend daran, wenn sich 100 junge Menschen selbst umbringen? Wieso hindern die Eltern ihre Söhne nicht an der Teilnahme?? Eine halbwegs logische Erklärung sucht man vergebens.

Und so kommen wir auch zum nächsten Punkt: Das Ende
Das machte für mich so den Eindruck ‘Puh, ich hab jetzt keine Lust mehr. Hören wir doch einfach hier auf. Hier kommt sowieso nichts mehr bei rum, das noch irgendetwas retten könnte’. Wenigstens noch irgendeine abschließende Erklärung, ein kleines Bisschen was, das mich nicht total verdattert da stehen lässt, wäre wirklich ganz nett gewesen.
Hinzu kommt dann außerdem die mehr als schlecht gewählte Erzählperspektive, die ja ziemlich offensichtlich macht, wer der Jungs unter den letzten zweien sein wird, da andernfalls das Ende ja noch schlimmer ausgefallen wäre, als es sowieso schon ist.

Sandra: Ich dachte auch, dass am Ende sicherlich noch der große Knalleffekt kommt und alles plötzlich einen Sinn ergibt, den ich nur nicht raus gelesen habe. Nur warte ich auf diesen Knalleffekt immer noch. Ich habe wohl noch nie ein Ende eines Buches so emotionslos und gleichgültig hingenommen wie in The Long Walk. Obwohl, eigentlich habe ich mich gefreut. Gefreut, weil es endlich vorbei war.

3. Der Ablauf des Long Walks
Geht es noch langweiliger? 100 Jungs machen bei diesem Lauf mit und man muss über jeden einzelnen lesen, wie er sein Ticket kassiert. Schon nach etwa 20 war ich mehr als genervt und habe aufgegeben darauf zu hoffen, dass hier noch irgendetwas Spannendes vor sich gehen wird. Hinzu kamen zwischen der Ticketvergabe die Unterhaltungen der Jungs. Was sollten diese auch anderes tun? Aber diese waren auch wieder so zusammenhangslos, unnötig und oft auch einfach nur nervig und nichtssagend, dass ich sie meist einfach überlesen habe ohne auch nur irgendein Detail verpasst zu haben. (Wenn ich recht überlege hätte man auch alles bis auf die jeweils ersten und letzten 10 Seiten überspringen können und ohne etwas zu verpassen.)

4. Die Personen
Hätte man zu den Personen einen Bezug gefunden, wären sie sympathisch gewesen, hätte das Buch ja teilweise echt heftig sein können, wenn einer nach dem anderen sein Ticket kassiert. Das war aber auch nicht der Fall. Stattdessen habe ich gelangweilt verfolgt, wie die Jungs sich weiter quälen und nicht ein einziges Mal habe ich auch nur ansatzweise so etwas wie Mitleid empfunden. Die Kerle waren mir durch und durch so unsympathisch und haben mich so genervt, dass das alles einfach so an mir vorbei ging.

Aber selbst wenn es gelungene Charaktere gewesen wären, bringt Stephen Kind einfach nicht die richtige Atmosphäre rüber. Hier und da mal so etwas wie ein ‘mir tun die Füße weh’, aber sonst betrachtet man alles nur aus weiter Ferne, der Schmerz und die Angst die die Jungs empfinden sollten kam überhaupt nicht rüber und viel zu schnell sind die Momente verflogen, in denen man so richtig schön die Spannung und den Nervenkitzel hätte hervorkramen können.

Sandra: Die Jungs kamen mir sehr dümmlich vor. Wie kann jemand nach 5 Tagen ohne Schlaf überhaupt noch aufrecht stehen, geschweige denn gehen und dabei noch solch dämliche Konversationen führen, wie es die Kerle in diesem Buch tun? Dass sie sich hier gerade selber umbringen, raffen die meisten selbst dann aber noch nicht.

Hätte ich noch einmal mehr den Satz ‘The Walk went on.’ lesen müssen, das Buch hätte so einige Grausamkeiten von mir erwarten können und wäre danach selbst für die Tonne nicht mehr zu gebrauchen gewesen.

Alles in allem hatte Stephen King zwar eine sehr geniale Idee, hat dieser aber dermaßen in den Sand gesetzt, dass ich mit Mühe und Not das Buch beendet habe. Hier fehlt es an allem was ein gutes Buch ausmacht und alles was hier drin steckt, ist langweilig, unrealistisch, an den Haaren herbeigezogen und liefert eine zähe, nervige Story ab. Oder kurz gesagt: einfach nur totaler Quatsch.

Sandra: Kann ich bedingungslos unterschreiben. Wer dieses Buch auch nur in einem Atemzug mit Battle Royale oder Die Tribute von Panem nennt, sollte selbst auf den Long Walk geschickt werden. In absolut keiner Hinsicht würde dieses Werk von Stephen King einem Vergleich mit den beiden Romanen Stand halten. Kurz: Zeitverschwendung!

(Sandras eigene Rezension findet ihr HIER!)