Unwind

In a society where unwanted teens are salvaged for their body parts, three runaways fight the system that would “unwind” them.
Connor’s parents want to be rid of him because he’s a troublemaker. Risa has no parents and is being unwound to cut orphanage costs. Lev’s unwinding has been planned since his birth, as part of his family’s strict religion. Brought together by chance, and kept together by desperation, these three unlikely companions make a harrowing cross-country journey, knowing their lives hang in the balance. If they can survive until their eighteenth birthday, they can’t be harmed — but when every piece of them, from their hands to their hearts, are wanted by a world gone mad, eighteen seems far, far away.

Hinter Unwind steckt eine wirklich interessante Idee, auf die ich schon lange vor dem Lesen gespannt war. Das Besondere bei diesem Genre, finde ich, ist vor allem die Geschichte, wie es eigentlich zu der aktuellen Situation kam, wie eine solche krasse Entwicklung der Gesellschaft begründet wird und war gespannt auf das, was Neal Shusterman sich dazu ausgedacht hat.

Vor allem auf den ersten Seiten hat mich ein richtig bedrückendes Gefühl gepackt, als ich versucht habe, mich in die Situation von Connor hineinzuversetzen. Wie schlimm es für einen Jugendlichen sein muss, dass seine Eltern bereit sind, ihn aufzugeben und seinen Körper in kleine Happen zerstückeln zu lassen.

Und genau daran knüpft auch der Teil, der mich an der Geschichte am meisten fasziniert hat: Die verschiedenen Gedankengänge und Meinung der Jugendlichen, ob man nach dem Unwinding auf irgendeine Weise noch lebt, ob der Mensch an sich, seine Seele, auch in Stücken verteilt auf andere Menschen immer noch als lebend bezeichnet werden kann.
So neugierig ich auch auf all dies war, teilweise war es mir dann doch zu unrealistisch/zu abgedreht beziehungsweise einfach nicht ganz nachvollziehbar, dass Menschen in ihre Einzelteile zerlegt werden, nur damit z.B. ein Anderer statt einer Armprothese einen richtigen Arm bekommen kann. Dies war für mich aber auch wirklich nur ein winzig kleiner Kritikpunkt, über den ich ziemlich einfach hinwegsehen konnte.

Hinzu kam nämlich auch wieder ein anderer Aspekt, der mir immer wieder super gut gefällt: die verschiedenen Erzählperspektiven. Ich liebe es, wenn sich Bücher nicht auf ein oder zwei Personen konzentrieren und aus ihrer Sicht erzählen/nur diese begleiten, sondern von einer ganzen Personengruppe erzählen und so immer wieder die Erzählperspektive wechselt. So konnte man einerseits viele verschiedene Personen näher kennen lernen und andererseits auch unterschiedliche Handlungen verfolgen, die sich teilweise an völlig verschiedenen Orten abspielten. Besonders toll finde ich dabei immer wieder, wenn die Handlungsstränge aufeinander zulaufen und sich manche der Personen plötzlich begegnen und ihre weitere Geschichte zusammen erleben.
Dass ich die Charaktere dann auch noch fast alle mochte, hat dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt, so dass ich gespannt die Ereignisse verfolgt habe.

Der Handlungsverlauf an sich hat jetzt meiner Meinung nach nicht gerade vor Spannung gestrotzt, aber das brauchte er auch gar nicht. Ich war auch so schon genug an das Buch gefesselt, weil Neal Shusterman sehr auf die Ausarbeitung seiner Idee und seine Charaktere setzt.
Vor allem die vielen unterschiedlichen Erzählperspektiven ermöglichen die verschiedenen Sichtweisen, die es zu dem Thema gibt, beziehungsweise zeigen die Möglichkeiten dafür auf, wieso Jugendliche in völlig verschiedenen Lebenslagen in diese Situation geraten.
Manche Handlungsverläufe haben mich richtig überrascht und es mir auch das eine oder andere Mal eiskalt den Rücken runter laufen lassen. SPOILER (Text anklicken zum Lesen!): ˙ɹɐʍ uǝnɐɹK ǝʇnlosqɐ sɐp ɥɔılʞɹıʍ ɥɔıɯ ɹüɟ sɐʍ ‘ʇıɯ ʇsqlǝs PO ǝɥɔlos ǝuıǝ ɹɐƃos ʇqǝlɹǝ uɐM

Neal Shusterman hat mich mit seiner Idee von Unwind extrem nachdenklich gemacht und mir ein Thema vorgesetzt, dass mich jetzt noch beschäftigt. Hier darf man nicht mit einer aktionsgeladenen Geschichte rechnen, aber mit einer, die einem nahe geht und die auf ganz andere Art den Leser zu packen weiß. Hier macht vor allem das Unwissen darüber, was am Ende (= eine solche OP) auf einen Jugendlichen zukommt, den Gänsehautfaktor aus, da gerade darüber alles so im Unklaren gehalten wird. Ich bin trotz abgerundetem Ende jetzt schon sehr neugierig auf den zweiten Teil und gespannt, was Neal Shusterman noch so zu bieten hat.


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