All About Books

A book blog, mostly touring foreign worlds of fantasy novels with occasional detours into space and explorations of magical realism, featuring book reviews, random bookish thoughts and hand lettered quotes.

Lies Beneath

Calder White lives in the cold, clear waters of Lake Superior, the only brother in a family of murderous mermaids. To survive, Calder and his sisters prey on humans, killing them to absorb their energy. But this summer the underwater clan targets Jason Hancock out of pure revenge. They blame Hancock for their mother’s death and have been waiting a long time for him to return to his family’s homestead on the lake. Hancock has a fear of water, so to lure him in, Calder sets out to seduce Hancock’s daughter, Lily. Easy enough—especially as Calder has lots of practice using his irresistible good looks and charm on unsuspecting girls. Only this time Calder screws everything up: he falls for Lily—just as Lily starts to suspect that there’s more to the monsters-in-the-lake legends than she ever imagined. And just as his sisters are losing patience with him.

Mit ‘Lies Beneath’ habe ich zum ersten Mal ein Buch gelesen, das Meerjungfrauen und Wassermänner zum Thema hat. Daher war das Buch für mich gleich doppelt interessant.
Gleich auf der ersten Seite wurde ich nämlich positiv von der Erzählperspektive überrascht. Zwar macht schon der Klappentext darauf aufmerksam, dass es hier im Vordergrund um einen Wassermann geht und weniger um die Meerjungfrauen, seine Schwestern, doch das Cover zeigt dann ja doch wieder etwas in die andere Richtung. Letztlich ist es dann so, dass die Geschichte direkt aus der Sicht von Calder geschrieben ist. Und ich freue mich jedes Mal wieder aufs Neue, wenn ein Buch aus der Sicht eines Kerls geschrieben wird. Mittlerweile hatte ich zwar doch schon einige Bücher wo das der Fall war, aber ich finde es in der Menge immer wieder total erfrischend und bin direkt schon ein kleines Stück vom Buch begeistert.

Hinzu kam dann noch das Thema, auf das ich extrem gespannt war, weil es neu für mich war. Anne Greenwood Brown erzählt eine wunderbare und Lust auf mehr machende Geschichte über die Meerjungfrauen, die ich geradezu aufgesogen habe. Total unwissend bin ich in die Geschichte gesprungen und habe interessiert verfolgt, was sich so alles hinter dem Leben als Meerjungfrau/Wassermann verbirgt. Besonders der Aspekt, dass es sich hier nicht um wunderschöne, liebenswerte Wesen handelt, sondern um eiskalte Killer hat mir besonders gut gefallen. Hinzu kam, dass Calder einige Unterschiede zu seinen Schwestern aufweist und das Ganze dadurch noch interessanter wurde, da die Hintergründe der Wasserwesen noch breiter gefächert waren.

Calder fand ich als Charakter sehr gelungen und sein Wesen total liebenswert. Vor allem seine Gefühle und Gedanken zu verfolgen, seine Probleme damit, dass er nicht ganz so ist, wie seine Schwestern, dass er seinem eigentlichen Wesen als Killer teilweise widerstrebt machen ihn unheimlich interessant, sein Kampf mit seinen eigenen Gefühlen, sich nicht verlieben zu wollen und es dann doch  zu tun treiben die Geschichte an.
Lily mochte ich auch gleich auf Anhieb. Sie war in ihrem Verhalten realistisch, verknallt sich nicht gleich in Calder, hält sich selbst für verrückt, als ihr etwas Ungewöhnliches im Wasser zustößt, und ist in ihrer Art einfach unheimlich süß, ein wenig rebellisch, vor allem in ihrem Kleidungsstil und liebt Poesie und hat so ständig ein Buch bei sich, wodurch ich sie natürlich gleich umso mehr mochte.

Besonders mochte ich auch, dass die Geschichte nicht zu einer Liebesschnulze mutiert, sondern interessant und vor allem realistisch bleibt. Lily springt nicht gleich total auf Calders gutes Aussehen und seinen Scharm an, sondern geht lange auf Abstand und will sich nicht wirklich auf ihn einlassen. Ich mochte wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt und wie Lily versucht einen Blick ins Innere von Calder zu bekommen.

Sehr überrascht hat mich das Ende. Auch hier hab ich wieder was ganz anderes erwartet, doch es hört so wie es ist, perfekt auf. Die Geschichte ist an sich abgeschlossen und hätte meiner Meinung nach auch einen perfekten Einzelband abgegeben. Trotzdem bin ich schon sehr gespannt auf den Nachfolger ‘Water Lily’, der aus der Sicht von Lily geschrieben sein wird. Und gerade dies macht für mich einen großen Pluspunkt aus: Ich habe Lust auf das nächste Buch, weil das erste Buch gut war und mir gefallen hat und nicht weil mich das Ende mit offenen Fragen da stehen lässt und mein Interesse am nächsten Buch aus reiner Neugier besteht. Bleibt nur zu hoffen, dass es  auch im zweiten Buch noch genug Spannendes zu erzählen gibt, denn im Moment kann ich mir noch nicht so recht vorstellen, wie es weiter gehen soll.

Ich würde dieses Buch weniger als spannend bezeichnen und Leser, die von diesem Thema schon mehrere Bücher gelesen haben, könnten sich eventuell schnell langweilen. Am Ende nimmt der Nervenkitzel zwar deutlich zu, aber im Gesamten würde ich die Geschichte eher als schön und interessant bezeichnen, was mir auch völlig ausreichend war. Calder ist für mich ein ganz besonderer, erfrischender Protagonist, der nach außen hin der gutaussehende Held ist, doch in seinem Inneren sehr mit sich zu kämpfen hat und so zu einem interessanten Charakter wird, der vielleicht die nötige Abwechslung bringen kann, wenn man von dem Thema schon genug hat.